Umfrage: Medizinische Cannabis-Industrie profitiert von Genussmittel-Legalisierung

by Moritz Förster

Laut einer kürzlichen nicht-repräsentativen Umfrage gehen Industrievertreter:innen von positiven Auswirkungen auf ihr Geschäft mit medizinischem Cannabis aus, sollte die Bundesregierung Cannabis auch als Genussmittel legalisieren.

Noch ist nicht klar, wie ein legaler Cannabis-Markt hierzulande aussehen würde. Der neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung stellte zuletzt im Vorwärts klar, es gehe um einen „Paradigmenwechsel“, kein „Picknick“. Ungeachtet der vielen offenen Grundsatz- und Detailfragen stellt sich für die bereits bestehende medizinische Cannabis-Industrie eine ganz wesentliche Frage: Wie wirkt sich der legale Genussmittelmarkt in spe auf ihr eigenes Geschäft mit medizinischen Produkten aus? Eine Frage, über die auch Dr. Julian Wichmann, Mitgründer und Geschäftsführer von Algea Care, sowie Benedikt Sons, Mitgründer und Geschäftsführer von Cansativa mit krautinvest.de diskutierten.

Eine eigene nicht-repräsentative Linkedin-Umfrage mit 55 Teilnehmer:innen ergab nun: Die deutliche Mehrheit (62 Prozent) geht davon aus, dass sich ein legaler Recreational-Markt positiv auf den Markt für medizinisches Cannabis auswirken würden. Nur 22 Prozent befürchten negative Auswirkungen. 16 Prozent glauben nicht, dass eine Wechselwirkung zwischen den beiden Märkten bestehen wird.

Allerdings melden sich auch kritische Stimmen zu Wort. So kommentierte Dr. Christiane Neubaur, Geschäftsführerin des Verbands der Cannabis versorgenden Apotheken (VCA), die Umfrage mit mahnenden Worten: „Ich hoffe, dass sich die Krankenkassen durch die Legalisierung nicht aus ihrer Verantwortung stehlen. Es wäre absolut wünschenswert, wenn die Verschreibungen erleichtert werden, die Therapiehoheit der Ärzt:innen geachtet wird und schwerkranke Patient:innen versorgt werden können durch die Kostenübernahme der Krankenkassen.“

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