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2021 – Vorfreude und Optimismus in der Cannabis-Industrie

by Moritz Förster

Nach einem verheißungsvollen 2020 blicken Cannabis-Unternehmer und Experten hoffnungsvoll auf das neue Jahr. Die Erwartungen sind groß. Während einige neue Produkte. endlich klare Rahmenbedingungen für CBD oder auch mehr Patienten in weiteren europäischen Ländern erwarten, schielen andere auf den ganz großen Wurf: die Bundestagswahl – und damit auch einen großen Schritt Richtung Legalisierung. In unserer Umfrage sprühen Unternehmer und Experten vor Optimismus – wenn 2021 hält, was es verspricht, dann wird es für die hiesige Industrie ein erfolgreiches Jahr.

Novel Food und Regulierung von CBD

Nach den guten Nachrichten Ende 2020 sind Europas CBD-Unternehmer weiter auf Wolke sieben. Lassen Europas Regulierer der EuGH-Entscheidung nun Taten folgen? Lars Müller von Synbiotic: “Wir hoffen, dass in 2021 einheitliche Regelungen bzgl. Novel Food – also neuartige Lebensmittel, in die CBD angeblich fällt – EU-weit gefunden werden.” Auch Florian Pichlmaier von Signature Products erwartet “einheitliche Gesetze innerhalb der EU und klare Regelungen was erlaubt ist und was nicht”.

Aus gutem Grund hofft auch EIHA-Präsident Daniel Kruse auf das Erreichen von Meilensteinen bezüglich Novel Food. Schließlich führt die EIHA ein Konsortium an, das laut Kruse die “weltweit umfassendsten toxikologischen Studien” zu CBD und THC durchführt. Er verspricht: “Dieses Projekt wird die solide wissenschaftliche Basis für die Marktfähigkeit unserer Produkte schaffen und proaktiv die richtigen Höchstgehalte für CBD und THC in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln bestimmen – nicht nur für Extrakte, sondern auch für Hanfblätter, Hanftee, Hanfsamen und aus Hanfsamen gewonnene Produkte.” Sanity-Group-Gründer Finn Age Hänsel hofft auf die “erfolgreiche Bearbeitung der Novel Food Anträge der EU.” Und Alexej Pikovsky, Gründer und CEO von Alphagreen, “mehr Transparenz bezüglich CBD in Deutschland”.

Die beiden Cannaable-Gründer Sascha Wiebelt und Florian Bein gehen angesichts der positiven Nachricht des EuGH von Investoren aus, die motiviert sind, “in junge Cannabis-Startups zu investieren”.

Patientenversorgung: Mehr Extrakte, mehr Expertise

Anna Kouparanis, Gründerin von Algea Care, erwartet eine stärkere Akzeptanz der “Cannabis-Therapie in der westlichen Schulmedizin” und, dass Mediziner daher “anders als bisher in vielen Fällen ihren Patienten mit echter medizinischer Expertise zur Seite” stehen. Eine Ansicht, die auch Ivan Mestrangelo, Gründer und Geschäftsführer von MediCrops teilt, insbesondere weil er von einer “positiven Auswertung von vollendeten und laufenden Pilotenprojekten” ausgeht – und davon, dass “erfolgreich abgeschlossene Forschungsprojekte und Studien veröffentlich werden”.

Bleibt die Frage, wie die Patienten zukünftig versorgt werden. Stefan Jacker, Geschäftsführer von Canpharma, erwartet “eine Diversifizierung der Anbieter von Cannabis-Extrakten”: “Die Nachfrage nach Vollspektrum Produkten wird weiterhin steigen, überproportional zu Isolaten und synthetischen Produkten, die an Relevanz verlieren werden.” Auch Melanie Dolfen ist “sehr gespannt”, “welche neuen Medizinalcannabis-Produkte auf den Markt kommen werden”.

Unterdessen geht Auroras Europa-Präsident Axel Gille nicht davon aus, dass die aktuelle Vielzahl an Akteuren bestehen bleibt: “In den nächsten Jahren wird es aber zu einer Marktkonsolidierung kommen, davon bin ich überzeugt.”

Cannabis gewinnt europaweit an Bedeutung

In Sachen Medizinalcannabis ist Deutschland europaweit unangefochten in der Pole Position. Erwachen nun andere europäische Länder aus ihrer Tiefschlafphase? Das zumindest glaubt Cannovum-Gründerin Pia Marten: “Während Deutschland seine Vorreiterrolle in Europa behalten wird, gewinnt Medizinalcannabis 2021 auch in anderen europäischen Staaten weiter an Bedeutung. ” Pikovsky sieht “sehr positive Entwicklungen in Südeuropa” und Materias Deepak Anand ist sich sicher: “Weitere Märkte wie Frankreich oder Spanien öffnen sich.”

Was sind die Meilensteine der europäischen Cannabis-Industrie 2021?

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Deutsche Produkte und einheitliche Regelungen für Bundesländer

Erwartungsgemäß freut sich Demecans Geschäftsführer Adrian Fischer auf die erste Ernte seines Unternehmens hierzulande. Bereits jetzt geht er davon aus, dass es nicht bei den bis dato vereinbarten Anbau-Mengen bleibt: “Die Bundesrepublik Deutschland reagiert auf die steigenden Importzahlen von medizinischen Cannabisprodukten und erhöht die Anbauproduktion der ersten drei Cannabisproduzenten in Deutschland” – so seine Prognose.

Unterdessen wünscht sich Jacker, “dass es bei medizinischem Cannabis endlich die notwendigen regulativen Anpassungen auf Ebene der Bundesländer geben wird”.

Legalisierung

Auffällig viele der Befragten sind sich sicher, dass Deutschland und auch andere Länder dem ganz großen Wurf 2021 einen Schritt näher kommt. Während BvCW-Geschäftsführer Jürgen Neumeyer noch vergleichsweise vorsichtig von “internationalen Entwicklungen im Bereich Recreational” spricht, wird Anwalt Kai-Friedrich Niermann konkreter: “Die Legalisierung in Deutschland nach der nächsten Bundestagswahl.” Das spricht Adrian Fischer zwar nicht aus, aber seine Andeutung geht in eine ähnliche Richtung: “Nach der Bundestagswahl Ende September in Deutschland gibt es zum ersten Mal einen grünen Bundeskanzler oder Bundeskanzlerin.” Auch Philipp Ferrer von My Weedo wünscht sich , dass “weitere europäische Staaten dem Beispiel von Luxemburg folgen und legale Abgabemodelle für Cannabis entwickeln”. 

Allerdings scheinen andere Länder dem Schritt 2021 bereits näher als Deutschland. Niermann erwartet auch “die Legalisierung in den USA, die Legalisierung in Mexiko, die Legalisierung des Anbaus in den Niederlanden, die Legalisierung in Israel.” Hänsel spricht von der “nahestehenden Legalisierung von Cannabis in Israel, Mexiko und Mazedonien”.

Bildquellen

  • Finn Hänsel Sanity Group VS 2021: Sanity Group
  • Florain Pichlmaier Signature Products VS 2021: Signature Products
  • Anna Kouparanis Algea Care VS 2021: Algea Care
  • Stefan Jacker Canpharma VS 2021: Canpharma
  • Pia Marten Cannovum VS 2021: Cannovum
  • Philipp Ferrer VS 2021: Weedo Lifestyle
  • Deepak Anand Materia 2021: Materia
  • Lars Müller Synbiotec VS 2021: Synbiotic
  • Jürgen Neumeyer BvCW VS 2021: BvCW
  • Melanie Dolfen VS 2021: Bezirksapotheke
  • Daniel Kruse EIHA VS 2021: EIHA
  • Axel Gille Aurora VS 2021: Aurora
  • Alexej Pikovsky Alphagreen VS 2021: Alphagreen
  • Adrian Fischer Demecan VS 2021: Demecan
  • sincerely-media-lQ3go6MNPzo-unsplash: Photo by Sincerely Media on Unsplash

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