Die Cannabis-Produktion – worauf kommt es an?

krautgeplauder - der Podcast mit Timo Bongartz

by Moritz Förster

Mindestens 400 Tonnen Cannabis, schätzen Experten, werden nach der Legalisierung von Cannabis als Genussmittel in Deutschland benötigt. Zumindest das Eckpunktepapier sieht vor, dass diese Menge heimische Unternehmen im Glashaus oder Indoor produzieren. Wie realistisch das ist? Ein Podcast mit Timo Bongartz, General Manager EMEA von Fluence, über die Cannabis-Produktion. Über Opportunitäten, Kosten, Risiken und Chancen. Worauf kommt es an?

Bongartz würde sich freuen, wenn sich möglichst viele Unternehmer:innen um Lizenzen für die Cannabis-Produktion bewerben – so denn die Bundesregierung Cannabis legalisiert hat. Allerdings mahnt der Cannabis-LED-Pionier auch die Herausforderungen an. Sprich insbesondere über ausfallende Ernten oder niedrigere Erträge sowie die Vorlaufzeit, die benötigt wird, bevor die erwünschte Qualität erreicht wird. In ihren Business Plänen sollten alldiejenigen, die nun mit der Cannabis-Produktion liebäugeln, nicht zu optimistisch werden.

Während vor allem Indoor, aber auch im Glashaus die Kosten höher sind, dürfte es unter freiem Himmel schwierig werden, die Qualität konstant hoch zuhalten. Gänzlich außen vor lassen will Bongartz den Outdoor-Anbau aber nicht. Dieser biete sich aufgrund niedriger Kosten insbesondere für Extrakte an.

Kritisch diskutiert er unterdessen die Energiekosten für die Indoor-Produktion. Gerade angesichts der anfänglich zu erwartenden Engpässe könnten deutsche Produzenten unter Druck geraten, wenn sich zu einem späteren Zeitpunkt Deutschland für Importe öffnet und Produzenten auf den Markt drängen, in denen die Standortkosten niedriger sind. Sein Ratschlag: Produzenten sollten sich gleich zu Anfang gut überlegen, welche bestehenden Assets und welche Expertise sie für die Cannabis-Produktion nutzen können. Beispielsweise könnten sich Produktionsstätten anbieten, in deren Nähe ohnehin überschüssige Energie verfügbar ist.

Das Fazit des Fluence-Managers: Schlussendlich seien anspruchsvolle Marken mit qualitativ hochwertigen Produkten der beste Schutz, um perspektivisch auch in einem kompetitiven Umfeld erfolgreich zu sein.

Die Fragen der Diskussion:

Cannabis wächst schnell, die Pflanze ist recht robust. Im deutschen Genussmittelmarkt werde 400 Tonnen benötigt. Der ein oder andere mag denken: Dann hole ich mir eine Lizenz und baue einfach Cannabis an. Eine gute Idee?

Cem Özdemir hatte gleich nach dem Koalitionsvertrag Landwirte als potenzielle Produzenten ins Spiel gebracht. Auch im geleakten Entwurf der Bundesregierung war der Outdoor und Indoor-Anbau sowie der Anbau im Glashaus vorgesehen. Im offiziellen Papier war vom Outdoor Anbau dann keine Rede mehr. Lässt sich Cannabis Outdoor nicht in ausreichender Qualität standardisiert produzieren?

Was sind die Probleme?

Gibt es in den USA und Kanada Cannabis von Outdoor-Flächen legal auf dem Markt?

Blicken wir auf den legalen Anbau: Was kann Deutschland von Kanada und den USA lernen?

Für Deutschland bleibt das Glashaus und Indoor. Was spricht für das Glashaus, was für Indoor?

Nun steigen die Energiepreise:. Im Glashaus liegen die Energiekosten bei zehn bis 15 Prozent der Produktionskosten, Indoor durchaus bei 50 Prozent. Sind die steigenden Energiepreise der Todesstoß für die Indoor-Produktion in Deutschland?

Wie lassen sich die Energiekosten senken?

Wie viel Gramm lässt sich auf einem Quadratmeter jährlich produzieren?

Wovon hängt der Ernteertrag ab?

Wie hoch sind die Risiken, dass was schief geht?

Die gesamte Versorgung des Genussmittelmarkts soll in Deutschland gestemmt werden. Importe sind nicht geplant. Der Ökonom Justus Haucap kalkuliert mit einer Nachfrage von mindesten 400 Tonnen. Wie lange wird es dauern, bis heimische Produzenten diese Nachfrage bedienen können?

Ob Konsumenten auf dem legalen Markt kaufen, hängt vom Preis, der flächendeckenden Verkaufsinfrastruktur und von der Qualität ab. Kommen wir zuerst zur Qualität. Worum geht es genau? Und wie schwierig ist es, Cannnabissorten zu entwickeln, die den Wünschen der Konsument:inen entsprechen?

Beim Preis wird ein Abgabepreis von zehn Euro anvisiert. Lässt sich das Indoor überhaupt realisieren?

Die Produktion soll mit den Nachhaltigkeitszielen der Bundesregierung in Einklang stehen. Wie nachhaltig kann die Cannabis-Produktion überhaupt sein?

In Kanada sollen inzwischen 1.500 Tonnen Cannabis auf Halde zu liegen. Lässt sich auch im Genussmittelmarkt, ähnlich wie im medizinischen Markt nur anfangs Geld verdienen und dann droht der Schweinezyklus?

Bildquellen

  • Podcast 4 Blogpost 2000×1500: krautinvest

ähnliche Artikel

Leave a Comment