Interviews & Gastbeiträge

Matt Storey von CW Hemp: “Der Wandel hat uns auf den Weltmarkt katapultiert”

Matt Storey

CW Hemp verkauft qualitativ hochwertige Hanföle. Matt Storey, Direktor für das globale Geschäft, erläutert, wieso Hanföle so beliebt sind, welche THC-Grenzen es gibt und auf welche Märkte er mit besonders wachem Auge schielt. Eine weitere gute Nachricht: Besonders profitiert der Markt zur Zeit von einem kulturellen Wandel, so Storey.
Wann und wie habt ihr euer Unternehmen gegründet?

Wir haben 2011 angefangen, Marihuana anzubauen. 2013 haben wir das Unternehmen offiziell gegründet und waren im gleichen Jahr Teil einer CNN-Dokumentation über Cannabis und Epilepsie bei Kindern. Deswegen sind viele Familien nach Colorado gezogen, um ihre Kinder so therapieren zu lassen. Wir kamen gar nicht mehr hinterher, irgendwann waren 15.000 Personen auf der Warteliste. Wir haben dann CW Hemp gegründet, um die Kultivierung und Produktion der Pflanzen zu steigern. Diese neuen Produkte haben wir “Charlotte’s Web” getauft – benannt, nach einem jungen Mädchen, Charlotte Figi, der dieses Produkt so sehr geholfen hatte. Im Jahr 2015 änderten sich schließlich die Bundesgesetze der USA für die Produktion von Hanf und den Vertriebs von hanfbasierten Produkten. Seitdem vertreiben wir unsere Produkte weltweit.

Auf welche Cannabinoide setzt ihr und warum?

Charlotte’s Web ist auf der genetischen Ebene von Natur aus reich an Cannabidiol (CBD) und hat nur einen geringen Anteil an Tetrahydrocannabinol (THC). Außerdem enthält es weitere natürlich vorkommende Cannabinoide. Wir sind in unserer Forschung sehr stark auf die Entwicklung von Züchtungen fokussiert, die einen hohen Anteil an anderen Cannabinoiden enthalten. Dazu gehören neben CBD oder THC auch solche, die weniger bekannt sind – etwa CBG oder CBN. Am Ende wollen wir den Menschen überall auf der Welt helfen. Und wir sind der festen Überzeugung, dass uns die Wirksamkeit der unterschiedlichen Cannbinoiden dabei helfen wird.

Euer Hanföl hat einen THC-Anteil von weniger als 0,3% – damit könnt ihr alle 50 Bundesstaaten beliefern. Was ist euer Kernmarkt und wie sieht der Plan hinsichtlich eines globalen Wachstums aus?

Wir hoffen zuerst einmal darauf, dass der erlaubte THC-Gehalt steigen wird – das gilt umso mehr für Europa mit seinem Grenzwert von 0,2%. Momentan vertreiben wir unsere Produkte in über 30 Ländern weltweit und planen uns im Jahr 2018 stark auf die Expansion im europäischen Markt zu fokussieren.

Wie schätzt ihr die Risiken und Chancen für aufstrebende Konsummarken ein, besonders vor dem Hintergrund, dass es bisher noch keine weltweit führenden Marken auf dem Hanf und Cannabis-Markt gibt?

Wir beobachten gerade einige Marken, die auf dem Markt an Boden gewinnen. Ich habe mich gefreut, auf meinen Geschäftsreisen im letzten Jahr Leute aus Südamerika, Asien, Australien, Europa und dem UK zu treffen, die alle sehr vertraut mit den Stanley Brothers und der Geschichte um Charlotte’s Web waren.

Die größten Risiken sind sich verändernden regulatorischen Rahmenbedingungen und die Schwierigkeiten im Bankenwesen. Bei Gesetzgebern und regulatorischen Instanzen gibt es immer noch viel Verwirrung darum, was medizinisches Cannabis ist. Es gab sicherlich einen unausgeglichenen Fokus auf CBD und viele Länder – darunter Deutschland – versuchen dieses eine Molekül als Medizin zu regulieren, wobei sie das Wesentliche am Thema nicht begreifen. Es gibt so viele nicht-psychoaktive Cannabinoid-Verbindungen mit einem therapeutischen Nutzen in dieser Pflanze! Über diesen Fakt müssen wir Regierungsstellen aufklären, damit diese bessere Entscheidungen treffen und realistischere Regulierungen rund um den Zugang zu dieser wunderbaren Pflanze schaffen können.
Große Finanzinstitute behandeln Unternehmen, die mit Cannabis umgehen, als würden sie etwas Falsches tun. Sie unterstützen sie schlicht nicht. Wir kennen diese Probleme aus erster Hand und haben von vielen unserer Vertriebspartner ähnliche Geschichten gehört.

Wie hat sich der kulturelle Wandel hin zu einer Akzeptanz von Cannabisprodukten auf euer Geschäft mit Hanföl ausgewirkt?

Der Wandel hat uns auf den Weltmarkt katapultiert. Inzwischen haben wir persönliche Treffen mit Ministern und hochrangigen Regierungsvertretern verschiedener Länder. Und ich bezweifle, dass viele dieser Leute sich noch vor einigen Jahren mit diesem Thema beschäftigt hätten.

Was sind die Haupthindernisse, um in Deutschland zu expandieren? Und was ist das Potential des deutschen Markts?

Als ein amerikanisches Unternehmen fehlt uns der Zugang, den Kanada, die Niederlande und einige andere Länder besitzen, um unser Produkt direkt nach Deutschland zu exportieren. Die neueste Gesetzgebung hinsichtlich CBD macht es schwierig, weil CBD und CBD-Produkte als Medikament behandelt werden und daher nur in Apotheken erhältlich sind. Natürlich gibt es Leute, die “CBD-Öl” online vertreiben und nach Deutschland verschicken, aber das scheint eine Grauzone zu sein und kein klar legitimes Geschäft. Wir sind bereit, mit der deutschen Regierung zusammenzuarbeiten und komplett transparent zu sein, um ihnen zu zeigen, dass wir ein qualitativ hochwertiges und sicheres Produkt anbieten. anbieten. kaufen können sollten, wie andere pflanzliche Gesundheits- und Nahrungsergänzungsmittel.

Vielen Dank für das Gespräch, Matt.

 

 

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  • Matt Storey CW Hemp: CW Hemp
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