Branchenupdate medizinisches Cannabis: Synbiotic, Cannamedical, Khiron, Ethypharm und Ilios Santé

by Redaktion

Synbiotic launcht eine eigene Marke mit medizinischen Cannabisprodukten. Ethypharm unterstützt eine Initiative der DGS. Cannamedical erhält zwei prestigeträchtige Preise. Khiron vertreibt über seine Tochtergesellschaft Pharmadrug neue Produkte in Europa. Und die Ilios Santé verkündet den Abschluss zweier Rabattverträge.

Synbiotic startet eigene Marke für medizinische Cannabisprodukte

Synbiotic wird Mitte September auf der Expopharm seine neue Marke für Medizinalcannabis Hempamed Rx präsentieren. Die nach eigenen Angaben größte Unternehmensgruppe Europas im Hanf- und Cannabis-Sektor will mit einem Sortiment an Vollspektrum-Extrakten, Dronabinol und anderen diversen Blüten an den Start gehen. In diesem Prozess werde die Gesellscchaft Cannasales zur Synbiotic Sales umbenannt, mit einem fünfzehn köpfigen Außendienstteam. Die für den Import und Vertrieb von medizinischen Cannabisprodukten zuständige Geca Pharma werde im gleichen Atemzug zu Synbiotic Distribution. „Während andere Cannabis-Unternehmen ihre Vertriebsteams verkleinern und scheinbar nur noch auf die Legalisierung des Freizeitkonsums schielen, behalten wir alle Bereiche des existierenden und zukünftigen Cannabis Marktes fest im Blick“, lässt sich Lars Müller, CEO von Synbiotic, in einer Unternehmensmitteilung zitieren. In der Mitteilung heißt es, dass im Vorfeld jahrelang an innovativen Produkten geforscht worden sei, die nun unter der neuen Marke gelauncht würden.

Khiron Tochter Pharmadrug vertreibt neue Produkte

Khiron, nach eigenen Angaben Weltmarktführer für medizinisches Cannabis, bringt neue Cannabisprodukte in Europa auf den Markt, darunter Genetiken aus Kalifornien. Die 100-prozentige Khiron-Tochter Pharmadrug vertreibe fortan den THC-dominanten Vollspektrumextrakt Khiriox 25/1 und die unbestrahlten Blütensorten Khiron Gelato 19/1 sowie Khiron Caramel 5/7 in europäischen Märkten. Franziska Katterbach, Präsidentin von Khiron Europe, in einer Unternehmensmitteilung: „Mit der Übernahme von Pharmadrug ist Khiron nun in der Lage, die Wertschöpfungskette in Europa vollständig zu kontrollieren, und wir können neue Produkte launchen, die auf dem europäischen Markt stark nachgefragt werden und potenziell höhere Margen erzielen.“

Doppelte Auszeichnung für Cannamedical Pharma

Cannamedical Pharma erhielt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Forschungssiegel “Innovativ durch Forschung” sowie den International Life Science Award 2022 in der Kategorie “Best Medical Cannabis Products Supplier 2022 – Germany”. “Wir sind stolz darauf, gleich zweimal ausgezeichnet worden zu sein. Die Awards spiegeln das wider, was uns jeden Tag antreibt: Die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten durch eine breite Auswahl an hochwertigen Cannabinoid-basierten Arzneimitteln zu steigern und die Forschung und Innovation im Bereich Medizinalcannabis voranzutreiben, um zukünftig noch mehr Erkrankten zu helfen”, so David Henn, CEO der Cannamedical Pharma in einer Unternehmensmitteilung. Nach eigenen Angaben forscht Cannamedical seit 2020 in enger Kooperation mit führenden Spezialisten an der Entwicklung neuer Darreichungsformen und deren Marktzulassungen. 2021 habe das Unternehmen die erste Patentanmeldung für ein neuartiges Fertigarzneimittel beim Europäischen Patentamt eingereicht und werde Ende 2022 die Produktentwicklung abschließen, heißt es. Ab 2023 würden dann die präklinischen und klinischen Zulassungsstudien vorangetrieben. Zudem sei 2022 Deutschlands erste behördlich genehmigte Schmerzstudie „Escape“ gestartet – mit einem Cannabis-Vollspektrumextrakt unter Listung im Deutschen Register für Klinische Studien (DRKS).

Ilios Santé schließt Rabattverträge mit Knappschaft Bahn See und Spectrum K ab

Die Ilios Santé, ein Portfolio-Unternehmen der Bloomwell Group, hat nach eigenen Angaben zwei Rabattverträge abgeschlossen und versorgt zukünftig Patient:innen der davon involvierten gesetzlichen Krankenkassen (GKV) zu den vereinbarten Konditionen der Open-House-Verträge. Die Verträge würden Anfang September in Kraft treten. Durch die besseren Konditionen sinke die Belastung für die involvierten GKV im Falle der Kostenübernahme der cannabinoidbasierten Therapie bei gleichbleibend hoher Qualität, heißt es. Zu der Knappschaft Bahn See gehören über zwei Millionen Versicherte. Die Kooperation mit Spectrum K, einem Full-Service-Dienstleister für öffentliche Auftraggeber im Gesundheitswesen, beinhalte mehrere Betriebskrankenkassen als Vertragsteilnehmende. Anna-Sophia Kouparanis, CEO der Ilios Santé: „Unser Ziel ist nach wie vor, den Lebensalltag vieler chronisch erkrankter Menschen durch medizinisches Cannabis zu verbessern. Angesichts des deutschen Gesundheitssystems gelingt dies nur, wenn wir gemeinsam mit den GKV an einem Strang ziehen, um durch effiziente Prozesse Kosten für alle Beteiligte so zu senken, dass dies nicht zu Lasten von Qualität geschieht, sondern im Gegenteil Qualität erschwinglicher wird.“

Ethypharm Deutschland unterstützt DGS-Schmerzinitiative

Ethypharm Deutschland unterstützt die Schmerzinitiative der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) für eine „Verbesserung der Qualität der Patientenversorgung mit medizinischen Cannabinoiden“. Die DGS habe sich entschieden, eine Initiative zur Qualität und Umsetzbarkeit von Therapien mit medizinischen Cannabinoiden in Deutschland zu starten. Unter anderem umfasse diese Initiative einen Selektivvertrag zwischen der DGS und der AOK Rheinland/Hamburg zur Verbesserung der Qualität der Versorgung von Patienten mit Cannabinoiden für den medizinischen Bedarf. Der Selektivvertrag sehe durch eine Qualifizierung der teilnehmenden Vertragsärzte eine vereinfachte Verordnung entsprechender Präparate vor. Die Therapieentscheidung soll ausschließlich beim behandelnden Arzt in Absprache mit seinen Patienten liegen, ein gesonderter Antrag bei der Krankenkasse entfalle. Nach eigenen Angaben hat Ethypharm die Entstehung des Selektivvertrags ohne inhaltliche Einflussnahme gefördert. „Wir hoffen sehr, dass mit der Vereinfachung des Verschreibungsprozesses von Cannabinoiden der Einsatz von medizinischem Cannabis als Add-on-Therapie innerhalb der Schmerztherapie zunehmen wird. Dies kann eine starke Verbesserung der Lebensqualität vieler Schmerzpatienten bedeuten.“, sagt Roland Krock, Geschäftsführer von Ethypharm Deutschland.

Bildquellen

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