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EIHA: THC-Richtwert sinkt, CBD-Isolate in Kosmetika erlaubt, Fortschritt bei Novel-Food

by Moritz Förster

Gute Nachrichten für die CBD-Industrie: Es kommt Bewegung in die Novel-Food-Anträge der EIHA. Außerdem lässt die EU natürliche CBD-Isolate in Kosmetika zu. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) beurteilt Hanflebensmittel neu und CBD-Isolate sind in Kosmetika erlaubt. Das zumindest geht aus einer kürzlichen Pressemitteilung der European Industrial Hemp Association (EIHA) hervor.

THC-Richtwert angepasst

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt demnach, die toxikologische Beurteilung von hanfhaltigen Lebensmitteln auf Grundlage der von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) im Jahr 2015 abgeleiteten akuten Referenzdosis (ARfD) von 1 Mikrogramm delta-9-THC/kg Körpergewicht zu treffen. Diese Dosis (70 Mikrogramm delta-9-THC beim erwachsenen Europäer) entspreche der geschätzten maximalen delta-9-THC-Menge, die laut EFSA ohne erkennbares gesundheitliches Risiko im Verlauf eines Tages gegessen und getrunken werden darf. Es soll also nicht mehr der Richtwert des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) aus dem Jahr 2000 heran gezogen werden. Trotz der Lockerung führe laut EIHA auch der neue empfohlene Richtwert der EFSA immer noch zu einer “unnötig strengen akuten Referenzdosis”. Die Gesundheitsbehörden in Kanada und in der Schweiz sowie in Australien und in Neuseeland würden mit sechs- bis siebenmal so hohen Richtwerten arbeiten.

Novel-Food-Anträge auf gutem Wege

Die eigenen Novel-Food-Anträge des EIHA-Konsortiums seien laut Mitteilung im Zeitplan. Die zuständige Projektgesellschaft habe hat bei der britischen Lebensmittelbehörde Food Standards Agency (FSA) die Novel Food-Anträge für natürliche CBD-Isolate und -Vollspektrum-Extrakte “form- und fristgerecht eingereicht”. Im nächsten Schritt sollen die Anträge bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) folgen. Ziel des Antrags ist die europaweite Zulassung von CBD-Produkten als gesunde und sichere Lebensmittel.

Unterstützt wird die die EIHA von Nateco2 (Hopfenveredelung St. Johann GmbH), einem Unternehmen für
Naturstoff-Extraktion im Lebensmittelbereich sowie vom Beratungsunternehmen Chemsafe. Die Toxikologie-Studien werden laut EIHA bei Eurofins, dem Weltmarktführer für Bioanalytik, durchgeführt.

Zur Erinnerung: Im EIHA Novel Food-Konsortium schließen sich rund 180 Unternehmen als Partner der EIHA projects GmbH aus ganz Europa zusammen. Für die Studien stünden mittlerweile mehr als drei Millionen zur Verfügung (Hintergründe zum Antrag von Kai-Friedrich Niermann, Legal Advisor der EIHA).

Natürliche CBD-Isolate in Kosmetika erlaubt

Jenseits der Lebensmittelbranche verkündet die EIHA auch gute Nachrichten für die CBD-Kosmetikindustrie (Übersicht über CBD-Marken): Bereits 2020 hätte die europäische Datenbank für zugelassene kosmetische Inhaltsstoffe (Cosing) Hanfextrakte für die Verwendung in Kosmetikprodukten ohne Restriktionen aufgenommen. Zu Beginn 2021 sei jetzt neben synthetischem CBD auch der offizielle Eintrag für natürliches CBD-Isolat von allen Restriktionen befreit. Damit seien ab sofort auch natürliche CBD-Isolate aus der Hanfpflanze in Kosmetika erlaubt. Der neue Cosing-Eintrag basiere auf dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom November 2020, CBD nicht als Betäubungsmittel einzustufen.

EIHA-Präsident Daniel Kruse: „Jetzt müssen wir vor allem die deutschen Behörden dazu bringen, ihre willkürliche Einstellung zu Nutzhanf endlich durch wissenschaftliche Bewertungen zu ersetzen. Deutschland sollte die Chance haben, auch bei Nutzhanf der größte Produktionsstandort und der wichtigste Handelsplatz auf dem europäischen Binnenmarkt zu werden.“

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