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#Cannabiz – die News im August

by Moritz Förster

Vertanical kommt mit seiner klinischen Studie Phase III vorwärts. Drapalin importiert aus Afrika. Der Hash-Wert sorgt in den Apotheken für Probleme. In der CDU bröckelt die Haltung beim Thema Cannabis – Modellprojekte scheinen der logische Kompromiss. Und über allem The Green Dealer mit seinem Lidl-Deal. Die News im August.

#CannaMedizin

Seit Mai laufe eine Phase-III-Studie von Vertanical mit einem neuen Fertigarzneimittel auf Basis eines speziellen Cannabis-Vollextrakts – 800 Patienten mit chronischen Rückenschmerzen an rund 100 qualifizierten Schmerzzentren in Deutschland und Österreich sollen teilnehmen. Vertanical biete bereits standardisierte Cannabis-Vollextrakte für die Herstellung von Rezepturarzneimitteln in der Apotheke sowie die Reinsubstanz Dronabinol und THC-reiche Cannabisblüten an. (Pharmazeutische Zeitung)

Seit dem 1. Juli müssen Cannabis-Verordnungen mit einem sogenannten Hash-Wert versehen werden. Das sei bei weitem nicht überall reibungslos gelaufen, unter anderem, weil zum Start gar nicht alle Softwareanbieter in der Lage gewesen seien, die Zahlenfolge zu drucken. Im kommenden Jahr würden die Hash-Codes auf allen Rezepturverordnungen Pflicht. (DAZ) Der Hash-Wert – eine 40-stellige Ziffernfolge, erzeugt von der Apothekensoftware – müsse bei Cannabis-Verordnungen in die zweite und dritte Taxzeile des Rezepts gedruckt werden. Mit dem Hash-Code erhielten die Kostenträger detaillierte Informationen darüber, welche Packungen von den Apotheken tatsächlich eingekauft würden. (DAZ)

Der Großhändler Drapalin aus München habe ab sofort die erste EU-GMP konforme medizinische Cannabissorte aus Afrika im Portfolio. Das im südafrikanischen Lesotho produzierte Medizinalcannabis werde aktuell exklusiv von Drapalin nach Deutschland importiert. (Pharma Relations)

Spektrum wirft einen Blick auf Cannabis, um Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu hemmen. Eine Patientin, ein Arzt, ein Behördenvertreter und die Sprecherin eines Anbaubetriebs berichten, wie die Droge als Medizin ihren Alltag verändert. Als Arznei würden im Cannabis enthaltene Stoffe erst für eine Hand voll Beschwerden empfohlen. (Spektrum)

Schmerzpatienten können sich jetzt in Karlsruhe mit Cannabis behandeln lassen. Denn dort öffnet am Montag ein Cannabis-Therapiecenter von Algea Care. Auch Patienten mit Schlaf- und Angststörungen sowie ADHS würden dort therapiert. Ein weiterer Anwendungsbereich sei Multiple Sklerose oder Appetitlosigkeit beispielsweise im Zusammenhang mit einer Krebstherapie. (Regenbogen)

In Deutschland sei ärztlich verschriebenes medizinisches Cannabis weitgehend akzeptiert, wie eine Umfrage des Statista Global Consumer Survey zeige. Demnach würden sich 38 Prozent der Befragten damit behandeln lassen. Ebenso viele hielten es für eine gute Alternative zu traditionellen medizinischen Produkten. Immerhin 28 Prozent würden sogar sagen, dass Cannabis für jeden legal sein sollte. (Stern)

#CannaMarkt

Wo würde das große Geschäft lauern? Wann werde legalisiert und wie entwickele sich der deutsche Markt mit medizinischem Cannabis? Nach der Euphorie der letzten Jahre seien Hanfunternehmer und Investoren pragmatischer geworden. Die Deutsche Welle lässt unter anderem Lana Korneva (Drapalin), Peter Homberg ( Dentons) und Dominik Ziegra vom Datendienstleister Insight Health zu Wort kommen.

#CannaCBD

Was für eine Achterbahnfahrt: Das Startup The Green Dealers habe wenige Monate nach seiner Gründung ein Millionengeschäft mit Lidl vereinbart. Das Unternehmen vertreibe Cannabis-Produkte – denen bislang die berauschende Wirkung fehle. Die Gründer würden auf ein noch größeres Geschäft für den Fall hoffen, dass THC legal werde. (Lebensmittel Zeitung). Laut WuV handele es sich bei den Lidl-Produkten etwa um Hash-Brownies oder Cannabis-Cookies zu haben. Allerdings sei bereits kurze Zeit später bei einer bayerischen Filiale der Supermarkt-Kette Lidl die Polizei angerückt, weil neue Cannabis-Produkte möglicherweise illegal verkauft seien worden. Jetzt ermittele das Landeskriminalamt. (Welt) Wegen möglicher “Stimmungsschwankungen und Müdigkeit” habe Lidl dann einige seiner Cannabisprodukte zurück genommen. Der Discounter habe die Kekse, Riegel und Tees aus dem Sortiment genommen. (Tagesschau)

Derzeit würden auf europäischer Ebene mehr als 50 CBD-haltige Produkte auf ihre Registrierung als sogenanntes Novel Food warten. Als „neuartig“ würden Lebensmittel dann gelten, wenn sie vor dem 15. Mai 1997 nicht in nennenswertem Umfang in der EU für den menschlichen Verzehr verwendet seien worden und wenn bei ihrer Produktion beispielsweise ein neuartiges Verfahren eingesetzt werde. Zu keinem der Anträge liege bislang ein positiver Bescheid vor. (Medical Tribune)

Bunte Blüte: Die Polizei und Staatsanwaltschaft hätten warfen den fünf Angeklagten des Berliner Start-ups vorgeworfen, ab 2018 als Bande mit Drogen gehandelt zu haben. Dabei mache ihr Hanf gar nicht high, weil die Blüten fast frei vom Rauschstoff THC seien. Jetzt hätten die Richter entschieden: Zu einem Hauptverfahren werde es nicht kommen! (B.Z.)

#CannaRegulierung

SPD-Gesundheitspolitikerin Sabine Dittmar erklärt in der DAZ, dass Cannabis in Apotheken abgeben werden könnte. Die SPD-Fraktion habe vor zwei Jahren ein Konzept für eine neue Drogenpolitik entwickelt. Die SPD wolle die regulierte Abgabe in Modellprojekten erproben.

Auch Apotheke Adhoc berichtet, dass sich Apotheken schon einmal überlegen sollten, ob sie sich künftig an Modellprojekten zur Abgabe von Cannabis beteiligen würden. Denn nicht nur der Reformdruck bei der Regulierung von medizinischem Cannabis sei ungebrochen hoch, auch die Legalisierung des Freizeitkonsums habe jenseits der CDU/CSU eine parlamentarische Mehrheit – und Modellprojekte zur Abgabe in Apotheken dürften ein wahrscheinlicher Kompromiss sein, falls die Union beteiligt sei, erklärt der Vorsitzende des Bundesgesundheitsausschusses, Erwin Rüddel.

Business Insider berichtet ebenfalls, dass die klare CDU-Linie beim Thema Cannabis bröckele und zitiert den Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Heilmann: „Ich könnte mir als neue Lösung das Modell einer staatlich regulierten Abgabe vorstellen.“ Zu moderaten Preisen soll es Cannabis künftig in der Apotheke zu kaufen geben.

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