Quo vadis „Weed Care“?

Dr. Lavinia Baltes spricht bei der CannaB. in Freiburg

by Astrid Hahner

Unter dem Motto „Cannabis is our Business“ findet am 6. und 7. Dezember 2022 auf der Messe Freiburg die CannaB. Fachkonferenz statt. Der Kongress soll zum einen eine Plattform für Fachleute und Unternehmen aus Landwirtschaft, Pharmazie, Handel und Wirtschaft sein. Zum anderen soll der Kongress Justiz, Behörden und Institutionen die Möglichkeit bieten, sich zu informieren, auf die entstehenden Herausforderungen vorzubereiten und von den Erfahrungen aus anderen Ländern zu lernen. An zwei Tagen werden rechtliche Aspekte, Best Practise im Ausland, Anbau vs. Import sowie Regularien zum Verkauf an Endkunden diskutiert und die Besonderheiten, Auswirkungen und Herausforderungen einer nationalen Legalisierung beleuchtet werden. 

Eine Rednerinnen: Dr. Lavinia Baltes, Co-Leiterin des Pilotprojekts “Weed Care” im Kanton Basel (Schweiz). 

In dieser Beobachtungsstudie werden die gesundheitlichen Auswirkungen eines regulierten Cannabisverkaufs im Vergleich zur aktuellen Situation untersucht, in welcher Cannabis illegal erhältlich ist. “Teilnehmen kann, wer älter als 18 Jahre ist, bereits Cannabis konsumiert und im Kanton Basel-Stadt seinen Wohnsitz hat. Knapp 700 Personen haben sich angemeldet. 370 Personen (53%) werden letztlich zum Pilotprojekt zugelassen,“ erklärt uns die Wissenschaftlerin von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Windisch. Untersucht werden unter anderem der Cannabiskonsum hinsichtlich der Häufigkeit, welche Produkte konsumiert werden und ob es problematische Konsummuster gibt. Außerdem erfassen wir Daten zur psychischen Gesundheit (z.B. Depression, Angst und Psychosen) sowie der körperlichen Gesundheit (z.B. Lebensqualität und somatische Symptome).”

Die Resonanz zum Projekt sei unter den potentiellen Studienteilnehmern gut, inwiefern das auch für die Allgemeinbevölkerung in der Schweiz gilt, ließ Dr. Baltes aber offen. Nicht nur ein Pilotprojekt, sondern eine generelle regulierte Freigabe von Cannabis für Erwachsene steht dagegen in Deutschland an. Ob die Erfahrungswerte aus dem deutschen Vorstoß, so er denn gelingt und implementiert wird, auch für die Schweizer Drogenpolitik richtungsweisend werden könnten, bejaht die Forscherin. 

Das Projekt “Weed Care” hätte bereits Mitte September 2022 starten sollen. Aufgrund von Pestizidrückständen in den vom Schweizer Unternehmen Pure gelieferten Produkten konnte die Vorgabe der Schweizer Verordnung über Pilotversuche nach dem Betäubungsmittelgesetz, welche ausdrücklich Produkte in Bio-Qualität vorschreibt, nicht eingehalten werden. Krautinvest.de berichtete. Daher ruht das Projekt im Augenblick und die Behörden erwägen den Import von Bio-Cannabis aus kanadischem Anbau.  

Dass deutsche Patient:innen in Apotheken ebenfalls (kanadische, national produzierte sowie aus anderen Ländern importierte) Cannabis-Produkte erhalten, welche möglicherweise den strengen Grenzwert für Pestizidrückstände in Bioprodukten überschreiten, und darüber hinaus meist radioaktiv bestrahlt sind, um Mikroorganismen in den Blüten abzutöten, wollte Frau Dr. Baltes nicht kommentieren. Vielleicht bietet sich aber in Freiburg die Gelegenheit, dahingehend nachzuhaken

Über Frau Dr. Lavinia Baltes: 

Dr. Lavinia Baltes ist Co-Leiterin des Projektes Weed Care – Studie zum regulierten Cannabisverkauf in Basel (Schweiz). Die Studie untersucht die gesundheitlichen Auswirkungen eines regulierten Cannabisverkaufs im Vergleich zur aktuellen Situation, in welcher Cannabis illegal erhältlich ist. Die daraus gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse sollen eine Diskussionsgrundlage für eine künftige verantwortungsvolle Cannabispolitik in der Schweiz liefern. Sie ist Forschungsleiterin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Psychiatrischen Dienste Aargau AG.

Bei der CannaB. in Freiburg erwartet Sie am 6. Dezember um 16:10 Uhr ein spannender Vortrag von  Frau Dr. Baltes im Themenblock 2 “Best Practice Süd- und Nordamerika // Schweiz”. 

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Bildquellen

  • Element 2@2x: Canna-B.

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