Ist „Wissenschaft“ all das, was „Wissen schafft“?

by Moritz Förster

„Die Wissenschaft hat festgestellt“. Anders als im Song, der die Wissenschaft auf die Schüppe nimmt, könnte das Schaffen von Wissen im Falle der Legalisierung von Cannabis als Genussmittel eine ernste Sache werden. Bricht Deutschland die Single Convention, bricht es auch europäisches Recht, da sich die jeweiligen Verträge unmittelbar auf die Single Convention beziehen. Will Deutschland wiederum Cannabis im Einklang mit der Single Convention legalisieren, so gibt es für jedes Szenario das ein oder andere Fragezeichen. Beim Aus- und Wiedereintritt könnten Staaten sich querstellen. Die Inter-Se-Modification ist eventuell gar nicht gültig. Eine Änderung der Verträge wiederum erfordert zu viel Zeit, ist in dieser Legislatur kaum realisierbar.

Anders im Falle der Wissenschaft: Für medizinische und wissenschaftliche Zwecke hebt die Single Convention ihr Dogma auf, alles zu bestrafen, was mit Cannabis zu tun hat. In der Schweiz läuft ein Pilotprojekt an, in den Niederlanden ebenfalls. Im großen Stil wohlgemerkt. Denn was könnte besseres Wissen schaffen als Erhebungen in der echten Welt, mit echten Konsumenten und unter echten Rahmenbedingungen. Definiert ist die „Wissenschaft“ in den jeweiligen Verträgen nicht. Die Pilotprojekte haben einen zeitlichen Rahmen und sind räumlich begrenzt. Die Industrie wäre wohl zwiegespalten: Es wäre so eine Art Vorspiel, bevor es dann richtig losgeht. Vorausgesetzt Deutschland gelingt langfristig die Änderung der Gesetzestexte.

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