Import von medizinischen Cannabisprodukten als logistische Herausforderung

by Redaktion

(Anzeige) – Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel ist ein ‘sponsored’ Artikel im Rahmen einer Medienpartnerschaft mit World Class Business Leaders im Rahmen der Cannabis Business Europe 2022.

Die Cannabiswirtschaft in Deutschland steht und fällt mit der Logistik. Die nicht einheitlichen regulatorischen Vorgaben erschweren Unternehmen und Produzenten dabei, den Überblick zu behalten. Dies gilt umso mehr für den medizinischen Cannabis-Markt. Gillian Winkler gesprochen, Head of Business Development bei PS Pharma und Expertin in dem Bereich Import von medizinischem Cannabis in Deutschland, über die größten Hürden von medizinischem Cannabis auf dem Weg von der Ernte bis in die Apotheke.

krautinvest.de: Guten Tag Frau Gillian, angesichts der schweren Zeiten. Wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen, wenn es um die bestehenden Cannabis-Lieferketten geht?

Gillian Winkler: Aufgrund der Auswirkungen der Pandemie gibt es noch keine Rückkehr zur Normalität in der Logistik. Die Verfügbarkeit von passiven Verpackungslösungen für Pharma sowie Kapazitäten der Airlines und Abflugmöglichkeiten wurden eingeschränkt, sodass die Planung und das Management der Lieferketten für Unternehmen zur großen Herausforderung in Bezug auf Preis und Planbarkeit werden. Bestehende Märkte wie Kanada und Australien werden in Vergleich zu europäischen Märkten wie Portugal, Spanien und Mazedonien unattraktiv.

krautinvest.de: Wie stark beeinflussen regionale Strukturen, z.B. der Sitz des Importeurs und dessen Landesbehörden die Lieferkette? Gibt es Ihrer Meinung hier Unterschiede. Wenn ja, welche?

Gillian Winkler: Meines Erachtens haben regionale Landesbehörden einen starken Einfluss auf die Lieferkette, was zu Verzögerungen bei der tatsächlichen Einfuhr der Ware führen kann. In Bayern gilt die Cannabisblüte als Wirkstoff, in anderen Bundesländern als Rezepturarzneimittel. Zudem haben Landesbehörden unterschiedliche Ansichten, ob die Blüte bei der Einfuhr als Arzneimittel oder ausschließlich als Betäubungsmittel gilt, welches später zum Arzneimittel werden kann. Der Importeur muss im Vorfeld der Einfuhr in Abstimmung mit seiner Landesbehörde sicherstellen, dass er über die richtigen Erlaubnisse verfügt, die Ware einführen zu dürfen.

“Da es bisher keine klare Leitlinie oder Beschluss zur Einfuhr auf Bundesebene gibt, kann es zu Verzögerungen bei der tatsächlichen Einfuhr kommen, da weder die kontrollierende Behörde – also der Zoll – noch Verzollungsdienstleister oder Spediteure prüfen können, welche Regelung greift.”

krautinvest.de: Welche Faktoren sollten Firmen besonders beachten, wenn Sie sich gerade im Aufbau der Lieferketten befinden?

Gillian Winkler: Zum einen ist die Auswahl des Lieferanten essenziell. Ein Lieferant sollte eine gewisse Bekanntheit auf dem Markt besitzen und maßgebliche Zertifizierungen wie EU-GMP vorweisen können. Zum anderen spielt die Auswahl des Herkunftslandes beim Aufbau der Lieferketten eine entscheidende Rolle. Sowohl regionale als auch politische Faktoren können unter Umständen die Sicherheit, Qualität und Verfügbarkeit der Ware beeinflussen. Ebenso hat ein EU-Land eine andere Auswirkung auf Preis und Laufzeit von „Seed to Sale“ gegenüber einem Nicht-EU-Land. Außerdem ist der Aspekt der Blütenbestrahlung relevant, da die Bearbeitungszeit für die Verordnung über radioaktive oder mit ionisierenden Strahlen behandelte Arzneimittel oft nicht berücksichtigt wird.

krautinvest.de: Welche Vorteile bietet der Schwellenmarkt (emerging market) Europa bzw. Deutschland insbesondere?

Gillian Winkler: Aufgrund der geographischen Größe haben die kurzen Distanzen innerhalb Europas oder Deutschlands einen positiven Einfluss auf die Warenverfügbarkeit. Zusätzlich entstehen durch die Regelungen in der Europäischen Union Kostenvorteile, da die Logistik und die Einfuhr der Ware weniger aufwändig sind. Auch die im Vergleich funktionierenden Patientenversorgungssysteme innerhalb der EU stellen sich hier als Vorteil dar.

krautinvest.de: Andersrum gefragt: Welche Nachteile bietet der Schwellenmarkt (emerging market) Europa bzw. Deutschland insbesondere?

Gillian Winkler: Problematisch ist die fehlende einheitliche Regulatorik in Bezug auf medizinischen Cannabis. Nicht nur die Länder innerhalb der EU unterscheiden sich hier, sondern auch die Bundesländer in Deutschland. Darüber hinaus fallen die Energie- und Personalkosten in Deutschland deutlich höher aus, weswegen der Cannabisanbau im Vergleich zu anderen Ländern weniger preis-effizient ist.

Über Gillian Winkler:
Gillian Winkler arbeitet seit 2018 in Deutschland aktiv an der Gestaltung der Lieferkette und dem Transportmanagement für Lieferanten und Händler von medizinischen Cannabisprodukten. Derzeit ist sie Head of Business Development bei PS Pharma Service, dem Marktführer im Umgang mit Betäubungsmitteln. Darüber hinaus ist PS Pharma ein Pionier in der Primärverpackung von medizinischen Cannabis- und verwandten Produkten.

Gillian Winkler ist live zum Thema “Import of Medical Cannabis Products into Germany” am Dienstag, den 14. Juni 2022 um 15:00 Uhr auf der CBE22 zu sehen.

Transparenzhinweis: Dieser Artikel ist als ein ‘sponsored Article’ Teil einer Medienpartnerschaft der Cannabis Business Europe 2022 mit krautinvest.de (keine Investmentempfehlung). Mit dem Code krautinvest25 erhalten Sie 25% Rabatt auf den Ticketpreis. Hier geht es direkt zu dem Tickets: www.wcbleaders.com/events/CBE22#registration

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Bildquellen

  • CCE2022_Gillian Winkler: PS Pharma Gillian Winkler

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