Cannabis-Delikte fielen von 2023 bis 2025 durch das Cannabis-Gesetz deutlich. Dies geht aus dem „Bundeslagebild Rauschgiftkriminalität 2025“ hervor, das das BKA soeben veröffentlicht hat. Rauschgift-Delikte jenseits von Cannabis verweilen in Deutschland dagegen auf einem hohen Niveau.
Demnach fielen die Rauschgift-Delikte ohne Cannabis 2025 verglichen mit dem Vorjahr um 4,6 Prozent auf 122.082. Die Zahl der Tatverdächtigen stieg um 3,7 Prozent auf 90.832. Einen rasanten Rückgang erlebte die Zahl der Cannabis-Delikte. Deren Zahl lag 2023 bei 215.865, 2024 bei 101.345 und 2025 bei 42.909. Am 1. April 2024 war das Cannabis-Gesetz in Kraft getreten, was Konsum und Besitz von Cannabis bis zu bestimmten Mengen entkriminalisiert hatte. 2025 ist die Anzahl der Cannabis-Delikte in Deutschland damit verglichen mit dem letzten vollständigen Jahr vor Inkrafttreten des CanG (2023) um 80 Prozent gesunken.
Das BKA hat für den Bericht insbesondere die Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) ausgewertet. Auch das BKA verweist darauf, dass sich das Inkrafttreten des KCanG bereits 2024 erheblich auf die statistische Entwicklung der Rauschgiftdelikte ausgewirkt habe. Vor dem Inkrafttreten des CanG entfielen teils über 60 Prozent aller Rauschgiftdelikte auf Cannabis. Bei dem überwiegenden Teil der Delikte in der Statistik handelt es sich vor Inkrafttreten des KCanG um konsumnahe Delikte. 2025 betrafen von den 42.909 Cannabis-Delikten dagegen 25.093 den Handel und Schmuggel von Cannabis. Der Anteil konsumnaher Delikte nahm damit deutlich ab.
Insgesamt seien 34.037 Tatverdächtige im Zusammenhang mit Cannabisdelikten registriert worden. Laut BKA haben sich die sichergestellte Menge von Marihuana 2025 (63,8 Tonnen) im Vergleich zu 2024( etwa 19,4 Tonnen) verdreifacht. Bereits Ekocan, das im Auftrag des Gesundheitsministerium (BMG) die Auswirkungen des Gesetz evaluiert, hatte in seinem zweiten Zwischenbericht Anfang April auf einen Anstieg der vom Zoll sichergestellten Mengen hingewiesen, ohne eine eindeutige Erklärung zu präsentieren.
Natascha Barz hatte auf der Hanfparade den deutlichen Rückgang der Cannabis-Delikte begrüßt. Die Vorständin von LEAP Deutschland und Polizeibeamtin erhofft sich dadurch Freiräume für die Aufgaben, für die Polizei eigentlich da sei: „Menschen schützen. Opfern helfen. Gewalt verhindern. Organisierte Kriminalität bekämpfen.“ Wenn weniger Menschen kriminalisiert würden, von denen keine konkrete Gefahr ausgehe, würden Gerichte entlastet und die Polizei, so Barz, könne „ihre Zeit dort einsetzen, wo Menschen tatsächlich Hilfe brauchen.“

