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1Care InnoHealth GmbH schafft Zugang und Beratung für Patienten zur Cannabistherapie

by Lisa Haag

1Care InnoHealth GmbH schafft bundesweites Angebot für Unterstützung von Patienten in der Cannabistherapie

Schwerkranke Patienten*innen sind vor Beginn einer Therapie mit medizinischem Cannabis mit bürokratischen, persönlichen und auch emotionalen Herausforderungen konfrontiert. Viele sind verunsichert, haben Fragen zu Cannabis und den verschiedenen Cannabinoiden. Ab Januar können sie sich noch vor Beginn der Therapie an das kostenfreie Betreuungsprogramm CanPharma care wenden.

In anderen medizinischen Bereichen sind Patientenprogramme zur Unterstützung von Menschen mit chronischen Erkrankungen längst etabliert. Für medizinisches Cannabis gibt es aktuell dagegen nur wenige und örtlich verstreute zuverlässige Beratungsangebote, die Patienten auch nach der Verschreibung begleiten und beraten. Frank Bialkowski hat nun mit CanPharma care das ein kostenfreies deutschlandweites Beratungsangebot für Patient*innen ins Leben gerufen. Das Angebot wird von der 1Care InnoHealth GmbH aufgebaut, die dafür von der CanPharma GmbH, einem der größeren deutschen Anbieter für Cannabisprodukte, beauftragt wurde. Das Programm wird umfassend durch die internationale Expertise und Erfahrung der Kalapa Clinic aus Barcelona unterstützt. Die Kalapa Clinic spezialisierte sich als erstes Unternehmen in Europa auf die Beratung für den Einsatz von Medizinalcannabis. 

krautinvest.de: Frank, ihr werdet im Januar deutschlandweit das erste kostenfreie Betreuungsprogramm für Cannabispatient*innen starten. Kannst Du uns etwas mehr darüber erzählen? 

Frank Bialkowski: Mit unserem kostenfreien Patientenprogramm CanPharma care unterstützen wir schwerkranke Menschen dabei, wieder mehr Lebensqualität zu erlangen. Wir wollen die Betroffenen möglichst schon vor dem ersten Cannabis-Rezept begleiten, aber auch nach der Verordnung Unterstützung und Beratung anbieten. Unser Betreuungsprogramm deckt damit den gesamten Patientenweg ab, den wir mit den Betroffenen gemeinsam gehen. Wir bieten Antworten auf die Fragen der Menschen: Wie kann mir Cannabis als Medizin helfen? Wer unterstützt mich bei meiner Therapie? Was mache ich, wenn meine Krankenkasse meinen Antrag auf Cannabistherapie ablehnt? So helfen wir Patientinnen und Patienten, selbstbestimmt und aktiv mit ihrer Erkrankung umzugehen. Zweck unseres Angebotes ist, die Behandlung durch den betreuenden Arzt zu ergänzen. 

krautinvest.de: Du hast ja bereits viel Erfahrung mit der Betreuung von chronisch kranken Menschen aus anderen medizinischen Bereichen. Wie bist Du zu dem Thema Cannabis als Medizin gekommen? 

Frank Bialkowski: In der Vergangenheit habe ich eine Vielzahl von Patientenprogrammen begleitet und in Gesprächen mit Patienten und betreuenden Angehörigen oder der Pflege wahrgenommen, dass chronisch Kranke und Austherapierte oftmals an wiederkehrenden Themen wie Schmerzen leiden. Diese Menschen, die einen langen Leidensweg hinter sich haben, fragen sich dann, wie es noch weitergehen kann. Hier war für mich der Punkt, auch nach alternativen Lösungen zu suchen, wenn die herkömmlichen Therapien nicht effektiv genug sind. Oftmals bekommen gerade ältere Menschen keinen Zugang zu dem Thema Cannabis als Arznei. Hier sehe ich einen großen Bedarf an Unterstützung und Support, was mir ein wichtiges Anliegen ist, das ich gerne vorantreibe.

krautinvest.de: Was sind Deiner Meinung nach die größten Schwierigkeiten und Herausforderungen, mit denen die Patient*innen aktuell zu kämpfen haben? Wo setzt ihr mit eurem Angebot genau an? 

Frank Bialkowski: Zum einen bieten wir Informationen zum Thema Cannabistherapie und zur jeweiligen Indikation der Patienten. Außerdem unterstützen wir bei allen Fragen und Unsicherheiten zur Medikation. Viele Menschen haben Bedenken, wie Cannabinoide bei ihnen wirken und welche Nebenwirkungen auftreten könnten. Hier sind wir beratend tätig, klären Fragen und nehmen damit schon viele Sorgen der Betroffenen. Darüber hinaus bedeutet die Behandlung mit Cannabinoiden einen großen bürokratischen Aufwand, der nicht wenige Menschen abschreckt. Auch hier unterstützen wir, beispielsweise bei der Antragstellung.

krautinvest.de: Wie wird sich der Markt deiner Meinung nach langfristig entwickeln in Bezug auf die Patientenzahlen? Für welche Bereiche, Patienten und Indikationen ist Cannabis langfristig relevant? Welche werden aktuell noch nicht ausreichend berücksichtigt? 

Frank Bialkowski: Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Patientenzahlen kontinuierlich ansteigen. Dieser Trend wird sich fortsetzen, da bin ich mir sicher. Ich denke, mit neuen Produkten, wie beispielsweise Extrakten, ist die Cannabistherapie auch für Menschen interessant, die bisher mit Cannabis gar keine Berührungspunkte hatten und die sich mit der Inhalation und dem Zubereiten der Cannabisblüten schwertun. Mit der oralen Anwendung von Cannabinoiden können zum Beispiel auch ältere, multimorbide Patientengruppen erreicht werden. Wenn die Cannabistherapie es schafft, dass diese Menschen weniger Schmerzen haben, sich ihre Stimmung aufhellt und sie einige ihrer vielen anderen Medikamente absetzen können – dann können Cannabinoide diesen alten Menschen ganz viel Lebensqualität schenken. 

krautinvest.de: Wer ist eure Zielgruppe? Sprecht ihr diese älteren Patienten mit eurem Programm an? Und wer macht die Beratung? 

Frank Bialkowski: Wir sprechen ganz unterschiedliche Patientengruppen mit unserem Angebot an. Ja, ältere sind eine wichtige Zielgruppe, weil ihr Betreuungsbedarf und manche Unsicherheit größer ist und sie häufig Unterstützung benötigen. Wir sprechen aber genauso auch jüngere, gut informierte Menschen an, die bei uns noch weitergehende, fundierte Informationen suchen oder sich zu einem besonderen Aspekt ihrer Therapie coachen lassen wollen. Die Beratung wird durch das erfahrene Team der 1Care InnoHealth GmbH durchgeführt. Unterstützt werden wir dabei von der Kalapa Clinic und deren Medizinern. Diese haben eine ausgesprochene Expertise und langjährige Erfahrung im Bereich Cannabinoid-Behandlung. Außerdem werden wir auch Patienten integrieren, wie beispielsweise Christian Hirschfeld, dem eine Cannabistherapie bei seiner Erkrankung geholfen hat und der seine Erfahrungen aus erster Hand einbringen kann. 

krautinvest.de: Wie grenzt ihr euch durch andere, bereits bestehende, Unterstützungsangebote für Cannabispatient*innen ab, wie zum Beispiel durch die ACM oder das SCM?

Frank Bialkowski: Das Selbsthilfenetzwerk SCM leistet – wie die ACM und IACM generell – sehr wertvolle Arbeit für Patientinnen und Patienten. Unser Programm hebt sich von diesem wie auch von anderen bestehenden Angeboten insofern ab, dass wir als erste ein vollumfassendes Betreuungsprogramm bieten, das eine 360° Betreuung liefert. Das heißt, wir stellen nicht nur einzelne Maßnahmen zur Verfügung, sondern begleiten die Menschen, die sich für unser Patientenprogramm einschreiben, auf ihrem gesamten Patientenweg. Wir stellen ihnen einen persönlichen Coach an die Seite, bieten Informationen, verschiedenste Serviceleistungen, eine Patientenhotline und Informationen. So beziehen wir die Patient*innen in das Therapiemanagement mit ein. In anderen medizinischen Bereichen sind Patientenprogramme dieser Art bereits etabliert, in der Cannabistherapie ist dies aber neu.

krautinvest.de: Wem steht das Patientenprogramm offen? Wer darf daran teilnehmen?

Frank Bialkowski: Wir bieten bereits bestimmte Services vor der Verschreibung von medizinischem Cannabis an, für Menschen, die an einer Behandlung interessiert sind. Patientinnen und Patienten, die Cannabis auf Rezept von CanPharma erhalten, können unseren 360°-Service nutzen – also die komplette Betreuung vom ersten Tag der Therapie an. Es wird aber auch Leistungen außerhalb des Patientenprogramms für Selbstzahler geben. Wichtig ist auch, dass CanPharma care nur eines der Patientenprogramme ist, das die 1Care InnoHealth zukünftig anbieten wird. Geplant ist, diesen Service auch für andere Unternehmen auszuweiten. Unser Ziel ist es, unseren Teil zur Verbesserung der Lebensqualität jedes Patienten beizutragen. 

Über Frank Bialkowski:
Frank Bialkowski hat BWL studiert und besitzt jahrelange Berufserfahrung im Bereich Gesundheit / Healthcare, unter anderem bei fitness first Ltd., Zur Rose Gruppe und Healthcare at Home Ltd. Er hat sowohl als Unternehmensberater wie auch als Gründer in verschiedenen Unternehmen gewirkt. Sein Schwerpunkt ist die Patientenbetreuung, vor allem im Bereich der seltenen und schweren Erkrankungen, wie beispielsweise MS, Parkinson, Rheumatoide Arthritis und ALS.

Bildquellen

  • Frank Bialkowski: Frank Bialkowski

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