Der Bundesdrogenbeauftragte hat den Drogenbericht 2025 vorgestellt. In Deutschland sind demnach 2025 2.150 Menschen in Folge ihres Drogenkonsums gestorben. Zudem mahnt der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck: Die Drogentoten werden immer jünger. Die Todesfälle unter 30 Jahren seien seit 2021 um mehr als die Hälfte gestiegen und würden inzwischen fast ein Viertel ausmachen.
Medikamente wie Benzodiazepine, opioidhaltige Schmerzmmittel und andere psychoaktive Arzneimittel würden überdurchschnittlich häufig eine Rolle spielen, heißt es seitens des Bundesdrogenbeauftragten. In vier von fünf Substanzen habe Mischkonsum vorgelegen. Der Bundesdrogenbeauftragte wanrt vor einer „Verharmlosung von Drogenkonsum“. Die FAZ nimmt dies zum Anlass, eine Abschaffung des Cannabis-Gesetz zu fordern. Ein offizieller Todesfall in Folge des Konsums von Cannabisblüten ist allerdings nicht bekannt.
Auch andere Studien und Auswertungen liefern keine Fakten, die die pauschale Forderung der FAZ stärken. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat in einer Auswertung der BIÖG-Daten Anfang Juli festgestellt, dass ein Jahr nach der Teillegalisierung von Cannabis weder weibliche noch männliche Jugendliche mehr konsumiert haben. Bei den 18 bis 25 Jährigen sei der Cannabiskonsum zwar angestiegen – dieser Anstieg reihe sich aber in einen seit 2008 steigenden Trend ein. Es gibt also keine Kausalität zum Inkrafttreten des Cannabis-Gesetzes. So habe der Epidemiologische Suchtsurvey (ESA) bereits im Vorfeld des CanGs unabhängig von einer gesetzlichen Änderung eine weitere Steigerung des Konsums unter Erwachsenen erwartet. Damit kommt das RKI zu ähnlichen Ergebnissen wie die offizielle Begleiterhebung von Ekocan: Die Wissenschaftler konnten im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) ebenfalls nicht feststellen, dass das Cannabis-Gesetz einen Anstieg der Konsumentenzahlen verursacht hat. Auch Ekocan stellte eine Rückgang des Konsums unter Jugendlichen fest.
In einer in The Lancet veröffentlichten Studie kamen Forscher nur in stark kommerzialisierten Cannabis-Märkte zu dem Ergebnis, dass diese einen steigenden Konsum unter Erwachsenen begünstigen können. Damit einhergehend würden auch Cannabiskonsumstörungen zunehmen. Für psychatrische Erkrankungen gebe es kein einheitliches Bild. Die Wissenschaftler analysieren die Entwicklungen in Märkten mit legalisiertem oder entkriminalisiertem Zugang zu Cannabis. Sie finden keine konsistente Evidenz, dass eine Legalisierung Cannabis-Konsum oder die Häufigkeit psychotischer Erkrankungen steigert.
Der Spiegel hat mit Corrective angesichts der dünnen Datenlage zum Tablettenmissbrauch eine eigene Umfrage angestoßen. Auch der Bundesdrogenbeauftragte betonte die zunehmenden Probleme im Zusammenhang mit dem Drogenbericht die Gefahr durch Tablettenmissbrauch. Nicht zur Sprache bringt er dagegen in diesem Fall die Probleme Im Bereich von Alkohol und Tabak: Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) sterben rund 44.000 Menschen aufgrund von Alkoholkonsum in Deutschland jährlich. Auf das Rauchen waren laut DHS 2023 131.000 Todesfälle in Deutschland zurückzuführen.

