CBD. Drei Buchstaben, die landein- und auswärts für großes Rätselraten sorgen. Aber: Was ist im Freizeitbereich legal, was nicht? Alle wollen raus aus der Grauzone. Auch Luxusmarken entdecken das Cannabinoid als Zusatzstoff für gut situierte Genießer. Lukas Eichhammer von der Münchner CBD Manufaktur hat unter anderem CBD-Honig ab 17 Euro
im Sortiment, deklariert als Kosmetikprodukt. Seine Empfehlung: Absolute Transparenz.

Lukas ihr produziert und vermarktet CBD-Produkte. Wie ist es dazu gekommen?

Im Sommer 2018 haben mich zwei Hunde von hinten umgesäbelt. Ich bin auf den Rücken gekracht und erlitt eine Wirbelfraktur, genauer gesagt, einen Deckplatteneinbruch und konnte mich vor Schmerzen nicht mehr bewegen und schlecht schlafen. Freunde berichteten mir damals von CBD. Ich habe es auf der Stelle eingerieben und auch oral eingenommen. Nach zwei Wochen konnte ich die Schmerzmittel absetzen und habe viel besser geschlafen. Danach habe ich mich umgeschaut: Was gibt es auf dem Markt? Nicht viel, wie ich damals sah. Also wollte ich etwas eigenes machen.

Inzwischen seid ihr zu viert…

Ja. Michael Motzek, ein guter Freund, kümmert sich um das komplette Web- und Produktdesign. Luisa, eine befreundete Gastrosophin, kümmert sich mit mir gemeinsam um die Produktion und unser Investor, eine Person aus dem bekannten Kreis.

Wie viel Kapital habt ihr denn aufgenommen?

Wir sind eine kleine Manufaktur. Alles geschieht im familiären Rahmen. Dadurch haben wir eine gewisse Sicherheit, zumal man nicht weiß, wie sich der Markt in Zukunft entwickelt.

Nun habt ihr nicht ein beliebiges White-Label-Produkt auf den Markt gebracht, sondern stellt selbst eigene Produkte her.

Unser Steckenpferd ist ein CBD-Honig. Den beziehen wir von einem befreundeten Imker am Schliersee. In unserer eigenen Manufaktur reichern wir ihn in München mit einem CBD-Extrakt an. Alles biologisch. Wir konzentrieren uns auf solche Kombinationen. Beim Badesalz kombinieren wir CBD mit Zirbenöl, dessen Stoffe beim Einatmen die Herzfrequenz senken, und Salz aus dem Toten Meer.

Wie muss man sich das vorstellen – die Entwicklung von CBD-Produkten im kleinen Gründerteam. Wie sah der Prozess aus?

Der Prozess läuft immer noch. Erst letzte Woche hatten wir Besuch vom Verbraucherschutz. Wir sind so transparent wie möglich, zeigen unsere Küche, legen unsere Analysen für den Honig und unser CBD vor. Wir analysieren kontinuierlich den Cannabinoidgehalt. Der THC-Wert liegt bei null Prozent. Auch mikrobiologische Analysen führen wir in Partnerschaften mit professionellen Laboren durch, um Pilzbefall zu
vermeiden. Grundsätzlich versuchen wir von Anfang an, sehr transparent
zu sein, um sicher zu sein, dass unsere Produkte verkehrsfähig sind und beispielsweise nicht unter die Novel Food Verordnung oder das Betäubungsmittelgesetz fallen.

Gar nicht so einfach. Woher bezieht ihr euer Wissen?

Wir sind Autodidakten. Uns prägt allesamt eine nachhaltige und lokale Philosophie. Daher versuchen wir, möglichst lokale Rohstoffe zu verwenden. Ich lese Bücher und schaue mich im Internet um. Was gibt es in Bayern oder Österreich für Produkte, die in der Natur vorkommen? Die versuche ich dann, mit CBD zu kombinieren.

Mit eurem Design und Markenauftritt richtet ihr euch an eine Zielgruppe, die gewillt ist, höhere Preise zu zahlen. Wie schätzt ihr das Marktvolumen ein?

Wir schielen mit einem Auge auf die USA und lassen uns dort inspirieren. Dort gibt es tolle Marken, sowohl niedrigpreisige Produkten als auch hochpreisige Luxusprodukte. In Deutschland ist dieser Markt noch nicht existent. Wir selbst haben im Dezember das erste Glas verkauft. Seitdem steigt der Absatz. Perspektivisch wird es auch hierzulande die gesamte Produktpalette geben.

In welchen Märkte seit ihr bereits aktiv? Und was sind eure nächsten Ziele?

Wir haben in vier Ländern Partner gefunden. Wir arbeiten mit Onlineshops und lokalen Ladengeschäften in der Schweiz, Luxemburg, Österreich und in Deutschland zusammen. Insgesamt werden wir in 25 Shops geführt, weitere akquirieren wir kontinuierlich. Ein weiterer Meilenstein war die Anmeldung unseres Biozertifikats. In den nächsten Wochen dürfen wir hoffentlich das europäische Bio-Siegel auf unsere Produkte drucken. Dann wollen wir verstärkt in den Biomarkt einsteigen.

Die Gesetzeslage ist hinsichtlich CBD noch immer eine Grauzone. Wie ist die Situation für euch?

Unser Honig und Salzbad sind als Kosmetikprodukte deklariert und beinhalten null Prozent THC. Damit fühlen wir uns sicher. Wir haben auch noch Blütentee im Sortiment, also unverarbeitete Pflanzen. Hier überlegen wir, wie wir uns weiter richtig aufstellen können.

Ausgehend von eurer bisherigen Erfahrung: Was sollten Unternehmen machen, um möglichst gesetzeskonform, ganz legal CBD-Produkte auf den Markt bringen?

Auf jeden Fall muss der THC-Gehalt unter 0,2 Prozent bleiben. Auch der CBD-Gehalt sollte nicht zu hoch sein, damit das Produkt nicht als Arzneimittel klassifiziert wird, beispielsweise durch 25 Prozent CBD. Die Chargen sollten analysiert werden, die erforderlichen Zertifizierungen muss man sich einholen. Daran führt kein Weg vorbei. Mit den Behörden haben wir transparent zusammen gearbeitet. Man sollte sich nicht abschotten. Mir persönlich ist wichtig, kein Plastik zu verwenden. Wir arbeiten mit einer Pflanze, welche großes ökologisches Potential birgt. Das macht man durch unnatürliche Verpackungen und eine nicht nachhaltige Firmenpolitik wieder schnell kaputt.

Bildquellen

  • Lukas Eichhammer CBD Manufaktur: krautinvest.de
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