#Cannabiz – Die News im Januar

by Hande Savus

Wohlwollendes Medienecho für den neuen Drogenbeauftragten Burkhard Blienert. Die Diskussion um den heimischen Anbau durch Landwirte hält an und die Legalisierung kommt wohl später als anfangs von vielen gedacht. Außerdem im Fokus: Rabattverträge von Stada und Forschung von Bavaria Weed. Unser Pressespiegel für den Januar.

#CannaRegulierung

Im RND-Interview spricht der neue Drogenbeauftragte Burkhard Blienert spricht über die Schwierigkeiten bei der Umsetzung der geplanten Legalisierung. Er plädiere dafür, auch in Deutschland im großen Stil Cannabis anzubauen. Zudem erläutere er im Interview, wie er sich bei harten Drogen einen Kurswechsel vorstelle.

Burkhard Blienert dürfte bereits zwei Wochen nach seinem Amtsantritt ziemlich oft nach einem Termin für die geplante Cannabis-Legalisierung gefragt worden sein. Für diese habe sich der neue Bundesdrogenbeauftragte der SPD schon lange eingesetzt. Erwartungen an eine baldige Gesetzesvorlage dämpfe er aber. Immerhin stehe man damit in der Drogenpolitik vor einem „Paradigmenwechsel“, habe Blienert der Pharmazeutischen Zeitung gesagt.

Laut Tagesspiegel wolle der neue Drogenbeauftragte Burkhard Blienert in dieser Legislatur Geschichte schreiben – und das nicht nur durch die Legalisierung von Cannabis. Schutz und Hilfe solle auch bei harten Drogen wichtiger werden als Repression.

Eine allzu rasche Legalisierung von Cannabis mache aus der Perspektive des neuen Drogenbeauftragten der Bundesregierung keinen Sinn. Hoffnungen auf damit verbundene hohe Steuereinnahmen habe er deshalb vorerst beschwichtigt. Das Thema sei ein extrem komplexes, habe Blienert gesagt. Auch im Ausland werde sehr genau beobachtet, wie Deutschland bei der Legalisierung vorgehe. Bevor das Gesetz wirklich verabschiedet werden könne, sei noch viel Gesprächsbedarf mit allen Beteiligten nötig. Er bekräftigte das Ziel, dass es in dieser Wahlperiode noch ein Gesetz geben solle, mit dem Cannabis legal, aber kontrolliert und vor allem sicher in Deutschland zu kaufen sein werde. (BR)

Die Südwest Presse hinterfragt, wann die Legalisierung von THC eintreten werde und gibt Ausblick über einen möglichen Verkauf, Besitz, Konsum und Anbau in Deutschland.

Die Bundesregierung schiebe die Cannabis-Legalisierung vorerst auf und lasse wieder einmal politischen Willen vermissen. Dabei könne allein dieser die Kriminalisierung vieler Menschen beenden – sogar ohne fertigen Gesetzesvorschlag. Andere Länder machen es vor, kritisiert Julian Aé in der Welt.

Die FDP-Fraktion habe Erwartungen an eine rasche Legalisierung von Cannabis durch die neue Regierungskoalition unterbunden. FDP-Fraktionsgeschäftsführer Stephan Thomae warne davor, bei der Cannabis-Freigabe die Fehler anderer Länder zu wiederholen. (Augsburger Allgemeine)

Die Legalisierung von Cannabis unter der Ampel-Koalition gelte als sicher. Doch nun überrasche ein Staatsrechtler aus Osnabrück, Hermann Heußner, mit einer Forderung nach einem Volksentscheid über Cannabis. (RND)

Cannabis soll in Deutschland legalisiert werden. Das Vorhaben sei derzeit auf Eis gelegt, da die Corona-Pandemie bei der Ampel-Regierung Vorrang habe. Doch aufgegeben habe die Bundesregierung die Freigabe von Cannabis nicht. Das Rauschmittel solle künftig in Fachgeschäften verkauft werden dürfen. Bei der Suche nach passenden Geschäften bringe sich jetzt auch die Lotto-Stellen ins Spiel: Der deutsche Lottoverband wolle ins Cannabis-Geschäft einsteigen und plädierte dafür, den Verkauf in seinen Geschäften zu ermöglichen. (Morgenpost)

In einem Videobeitrag analysiert der NDR den Cannabishandel in den Niederlanden. Könne das Nachbarland Vorbild für die Ampelkoalition sein? Während der Verkauf geduldet werde, stehe Anbau und Verbreitung von Cannabis unter Strafe. Das zwinge Händler in die Illegalität.

Noch sei unklar, welche Voraussetzungen für eine Lizenz gelten sollen. Laut Bundesjustizminister Buschmann solle das Personal „sachkundig“ sein und riskanten Konsum verhindern. (BR, Focus)

In einem Gastbeitrag beschreibt Niklas Kouparanis, Pionier in der Cannabis-Industrie, unter welchen Vorraussetzungen die Legalisierung gelinge – und was die großen Hürden auf diesem Wege seien. (Capital)

Von der bevorstehenden Cannabis-Legalisierung versprächen sich Hersteller und Händler gute Geschäfte. Auch für den Lebensmitteleinzelhandel dürfe es leichter werden, Hanf-Lebensmittel anzubieten. (Lebensmittelzeitung)

Im Videobeitrag zeigt die NTV zunächst Start- Ups wie Demecan, die sich über eine mögliche Legalisierung freuen und das große möglich Geschäft dahinter erkennen und dann besorgte Polizisten, die eine Gefahr in einer weiteren „Volksdroge“ erkennen.

#CannaAnbau

Laut Bauernpräsident Joachim Rukwied im Tagesspiegel sei Cannabis-Anbau eine hippe Kultur. Viele Landwirte seien offen und denken darüber nach einzusteigen, sobald es legal sei. Einige Bauern lesen sich bereits ein, was beim Anbau zu beachten sei. Zunächst müsse die gesetzliche Legitimation betrachtet werden. Rukwied gehe davon aus, dass es hohe Auflagen geben werde. Aber nach der Legalisierung, könne die Lieferung schnell gehen. Wenn die Bauern die Samen haben, könnten sie loslegen. (ZDF)

Bald solle Cannabis legalisiert werden. In einer Plantage nördlich von Hamburg sei heute schon zu sehen, wie der industrielle Anbau funktioniere. (Zeit)

Demecan hoffe auf das große Geschäft mit Cannabis. In einem alten Schlachthof bei Dresden werde erwartungsvoll auf die Legalisierung gewartet. Dort werde die Hanfpflanzen bereits angebaut – ganz legal, als Medizin. (MZ)

#CannaMedizin

Cannabis als Medizin könne Betroffenen helfen: Insbesondere bei chronischen Schmerzpatient:innen werde verstärkt auf die natürliche Alterative zu herkömmlichen Präparaten zurückgegriffen, erklärt der Telemedizin-Anbieter Nowomed. Den passenden Arzt dafür zu finden, sei eine Herausforderung. Das Startup ermögliche nun auch in Köln den einfachen und direkten Einstieg in die Cannabis-Therapie. (Pharma Relations)

Die Zahl der Anträge von Patienten auf die Behandlung mit Cannabis-Produkten sei im Südwesten in den vergangenen zwei Jahren deutlich gesunken. Das ergäbe sich aus Zahlen der AOK, der größten gesetzlichen Kasse im Land, und der Barmer für Baden-Württemberg. (Zeit)

Mit der AOK Nordost habe Stada einen bereits im Dezember 2021 in Kraft getretenen Rabatt­ver­trag für Cannabisvollextrakte abgeschlossen, der seit dem 1. Januar 2022 auch in der Lauertaxe hinter­legt sei. Zum 1. Februar 2022 trete laut Stada nun ein weiterer Cannabisrabattvertrag mit der IKK Classic in Kraft. Beide Verträge schließen die Cannabisvollextrakte der Marke Cannabistada ein, die durch die Tochterge­sellschaft Stadapharm vertrieben werde. (Ärzteblatt)

Mit einer groß angelegten Untersuchung wolle Stefan Langer, Standortleiter in Leipheim von Bavaria Weed, ausreichend Daten sammeln, um wissenschaftlich fundierte Aussagen treffen zu können. Es gebe zwar Erfahrungen von Nutzer:innen, aber wenig gesichertes Wissen, wie zum Beispiel einzelne Sorten wirken. „Einige machen dich kreativer und fokussierter, andere beruhigen eher und sind schlaffördernd“, sage Stefan Langer, der Standortleiter in Leipheim von Bavaria Weed. (BR)

Vor fünf Jahren machte der Bundestag den Weg frei für Cannabis auf Rezept. Doch Gesundheitssystem und Behörden seien darauf nicht vorbereitet gewesen. Es gebe weltweit kein zweites Molekül, das gleichzeitig schmerzstillend, Übelkeit hemmend, Appetit steigernd, Muskel entspannend, aufheiternd, schlaffördernd, entzündungshemmend, Bronchien erweiternd wirke, beschreibt Franjo Grotenhermen,  Arzt und Geschäftsführer der deutschen Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM) und der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Cannabinoidmedikamente (IACM). (tagesschau)

Der sich aus den Verordnungen von medizinischem Cannabis ergebende Umsatz steige weiter. Wie aktuelle Zahlen des GKV-Spitzenverbandes zeigten, betrage der Gesamtumsatz im ersten Halbjahr 2021 89, 76 Millionen Euro bei 184.499 Verordnungen. (Ärzteblatt)

Die DWN haben mit Pia Marten gesprochen, CEO des deutschen Anbieters „Cannovum“. Das Unternehmen wolle neben medizinischem Cannabis Cannabis offerieren, der zum Genuss konsumiert werde.

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