In Deutschland wollen Unternehmen im laufenden Jahr 13,7 Tonnen Cannabis für medizinische oder wissenschaftliche Zwecke anbauen. Diese Menge hat das BfArM Ende Januar dem INCB gemeldet – basierend auf den Prognosen der Unternehmen. Wie viel Medizinalcannabis 2025 in Deutschland produziert wurde, hat das BfArM auch nach wiederholter Nachfrage noch nicht publik gemacht. Bis Ende Januar 2026 mussten die hierzulande produzierenden Unternehmen die 2026 hergestellten Mengen an das BfArM melden.
Zuletzt hatten Aurora und Demecan jeweils verkündet, ihre Produktionsmengen in Deutschland steigern zu wollen. Demecan hatte gegenüber der dpa erklärt, seine Produktionskapazität auf vier Tonnen erweitert zu haben. Aurora machte gegenüber dem mdr keine konkrete Angaben zum Umfang der Erweiterung.
Seit Inkrafttreten des Medizinalcannabisgesetz (MedCanG) am ersten April 2024 können sich Unternehmen eine Lizenz für den Anbau von Medizinalcannabis in Deutschland beantragen. Zuvor durften lediglich Aphria, inzwischen Tochter von Tilray, Aurora und Demecan für das BfArM Medizinalcannabis in Deutschland herstellen. Zuvor durften die drei Unternehmen in der Summe maximal 2,6 Tonnen jährlich hierzulande herstellen. Nach Inkrafttreten des MedCanG hatten die drei Unternehmen im Sommer 2024 eine Erweiterung ihrer Kapazitäten verkündet. Demecan damals einen Ausbau auf zwei Tonnen jährlich.
Im Oktober 2024 hatten neben den drei bereits lizenzierten Unternehmen vier weitere um eine Lizenz für den Cannabis-Anbau in Deutschland beantragt. German Cannabis Standards hat für den Aufbau einer 21.000 Quadratmeter großen Produktionshalle eine eine Finanzierungsrunde über zehn Millionen Euro öffentlich gemacht.
2025 waren mehr als 200 Tonnen Cannabis für medizinische oder wissenschaftliche Zwecke nach Deutschland importiert worden. Damit dürfte der heimische Anbau geschätzt etwa fünf Prozent der gesamten verfügbaren Menge ausgemacht haben.

