Jahr für Jahr sterben tausende Menschen an den Folgen des Tabakrauchens, in der Folge von Cannabis-Konsum ist dagegen offiziell kein Todesfall in Deutschland bekannt. Dennoch erwirtschaftet die Tabakindustrie allein durch den Verkauf von Zigaretten in Deutschland jährlich einen zweistelligen Milliardenbereich. Die Umsätze bleiben trotz zunehmender öffentlicher Kritik stabil. Erwachsene dürfen bei Zigaretten frei entscheiden, welchen Risiken sie sich selbst aussetzen. Auch beim Thema Cannabis hat unter der der Ampel-Regierung ein Umdenken stattgefunden. Die Idee hinter dem CanG: Gesundheitsschutz lässt sich besser in legalen als in illegalen Strukturen gewährleisten. Noch aber steht die legale Cannabis-Industrie in Deutschland noch ganz am Anfang. Eine Diskussion mit Jan Mücke, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse, kurz BVTE, über den legalen Bezug von potenziell gesundheitsschädlichen Substanzen, über Aufklärung, die permanente Konkurrenz durch illegale Verkäufer sowie eine mögliche Transformation hin zu weniger gesundheitsgefährdenden Substanzen.
Zwischen individueller Freiheit und Gesundheitsschutz
Über 20 Milliarden erwirtschaftet die Tabakindustrie jährlich mit dem Verkauf von Zigaretten in Deutschland. Auch im deutschen Cannabis-Markt werden Milliarden erwirtschaftet – der Großteil trotz signifikant zunehmender legaler Bezugswege aber immer noch illegal. Was sind die Schnittstellen von Tabak und Alkohol in Deutschland?
Es drängen neue Konsumformen für nikotinhaltige Produkte auf den Markt. Sollten wir inzwischen weniger von einer Tabakindustrie, denn von einer Nikotinindustrie sprechen.
Nun geht es in der Cannabis-Industrie nicht um Nikotin, sondern um Cannabinoide. Wieso interessiert sich der Tabakverband für die Entwicklung rund um Cannabis?
Die Cronos Group hat kürzlich für 67 Millionen US Dollar das niederländische Cannabisunternehmen CanAdelaar übernommen. Wann erleben wir, dass in Deutschland Tabak-Konzerne noch mehr Geld in Cannabis-Unternehmen investieren?
In Deutschland können Patient:innen Medizinalcannabis mit einem gültigen Rezept über eine Apotheke erhalten oder aber sie beziehen Cannabis als Genussmittel über in Clubs oder im Eigenanbau. Wenn sich Tabakunternehmen mit dem deutschen Cannabis-Markt auseinandersetzen – wofür interessieren sie sich?
Tabak ist streng reguliert, Cannabis wahrscheinlich noch etwas strenger. Allerdings ist Tabak schon deutlich länger legal verfügbar. Welche Regulierungen von Tabak könnte auch für Cannabis eine Alternative darstellen?
Welche Fehlentwicklungen im Bereich Tabak sollten sich bei Cannabis nicht wiederholen?
Stichwort Track’n’Trace: Seit Mai 2019 müssen Tabakprodukte in der EU zurückverfolgt werden können. Wieso ist dies so wichtig?
Tabakunternehmen arbeiten mit der Bundesdruckerei zusammen, um Produkte zurückverfolgen zu können. Wie läuft dies?
Wie wirkt sich der Preis auf den Konsum aus?
Befürworter einer progressiven Cannabis-Regulierung plädieren dafür, dass ein Verbot gescheitert ist. Das zeigt auch ein Blick auf die Dorgenkriminialität, die im Falle von Cannabis bereits deutlich abgenommen hat. Auch bei Tabak steht trotz etwa 100.000 Toten jährlich in Deutschland in Folge des Rauchens keine komplettes Verbot im Raum. Wie kann man die Gesundheit effektiver schützen als durch Verbote?
Wir sehen unter anderem bei Nikotin-Beutel einen florierenden illegalen Markt. Die weniger schädliche Alternative verglichen zur Zigarette?
Wie frei sollte man als Mensch sein, sich Risiken auszusetzen?
Werbung für Tabak ist verboten. Andererseits müssen Menschen auch aufgeklärt werden über Produktinhalte und Risiken. Wie sieht ein gesundes Gleichgewicht aus?

