Nun doch! Pilotprojekt „Weed Care“ startet mit Bio-Cannabis aus der Schweiz

by Astrid Hahner

Die Firma Pure Production, offizielle Lieferantin für sechs Cannabis-Produkte (Blüten und Haschisch) für die Weed Care Studie im Kanton Basel (CH), ließ gestern offiziell verlauten, dass die Studie am  30. Januar 2023 starten wird – und zwar mit einheimischen Produkten in Bio-Qualität. Das Projekt zum regulierten Verkauf von Cannabis-Produkten in ausgewählten Apotheken an registrierte Studienteilnehmer, welche allesamt bereits Cannabis vom unregulierten Markt konsumieren, hat nach der Startverzögerung eine erneute Bewilligung des Bundesamtes für Gesundheit für neue Produkte erhalten.

Im September 2022, dem ursprünglich geplanten Start des Pilotprojekts, geriet das Unternehmen in Schlagzeilen, weil die gelieferten Produkte die strengen Grenzwerte für Pestizid-Rückstände in Bio-Produkten knapp verfehlt hatten und daher nicht für die Abgabe in Apotheken freigegeben werden konnten; krautinvest.de berichtete.  Als Fehlerquelle nannte das Unternehmen damals ein einzelnes, wohl bereits mit Fluopyram vorbelastetes Gewächshaus.

Die Projektträger hatten verschiedene Optionen eruiert, um den Start schnellstmöglich realisieren zu können. Eine der Optionen, die zur Diskussion standen, war der Import von Cannabisblüten aus dem Ausland. Diese Lösung stieß in der Schweiz auf großen Widerstand, da sie als schlechtes Signal für die einheimische Landwirtschaft gewertet wurde und viele Produzenten die Überzeugung vertraten, dass man sehr wohl Cannabis-Produkte in Bio-Qualität aus nationalem Anbau liefern könne – Cannabis habe schließlich eine Vegetationszeit von nur etwa drei Monaten bis zur Blütenernte.

Unterdessen wurde laut der gestern veröffentlichen Pressemitteilung eine neue Charge geerntet und der Starttermin für „Weed Care“ auf Ende Januar 2023 festgelegt. Die Herstellerfirma Pure Production aus Zeiningen (CH) liefert demnach wie ursprünglich vorgesehen zwei Haschisch- und vier Cannabisblütenprodukte, welche nach eigenen Auskünften den Qualitätsanforderungen der Betäubungsmittelverordnung und den Standards der Bioverordnung vollumfänglich entsprechen sollen. Die beanstandete erste Ernte werde unter behördlicher Aufsicht vernichtet, heißt es.

Bis zum Studienstart im Januar werden voraussichtlich 370 Teilnehmer:innen in die Studie eingeschlossen sein; Einschlussgespräche zwischen Studienärzten und Proband:innen fanden seit September bereits statt. Die gemeinsame Studie des Gesundheitsdepartments Basel-Stadt, der universitären psychiatrischen Kliniken, der psychiatrischen Dienste Aargau sowie der Universität Basel untersucht die gesundheitlichen Auswirkungen des regulierten Cannabisverkaufs. Die daraus gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse sollen als Diskussionsgrundlage für eine künftige verantwortungsvolle Cannabispolitik in der Schweiz dienen.

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