Interviews & Gastbeiträge

“Exponentielle Cannabis-Industrie”

Experten, Entscheider und Unternehmer aus aller Welt treffen sich vom 12. bis 13. April in Berlin, um die Perspektiven des Cannabismarkts zu diskutieren. In der Serie #krautinvest4ICBC interviewen wir Teilnehmer und Aussteller. Teil 1: Alex Rogers, Gründer und Geschäftsführer der ICBC. 

Alex, du organisierst die zweite Internationale Cannabis Conference in Berlin, die ICBC. Blicken wir ein Jahr zurück: Was waren seitdem die wichtigsten Entwicklungen auf dem internationalen Cannabismarkt?

Kanada hat den ganzen Markt auf ein neues Level gehievt. Das in Kanada investierte Kapital hat dazu geführt, dass sich die kanadischen globalen Player viel schneller nach neuen Märkten umschauen und mit ihren medizinischen Cannabis-Produkten rasant expandieren. Deutschland ist natürlich aktuell ihr großes Ziel.

Wir erleben aber auch, dass andere Länder ins Export-Geschäft einstiegen. Unternehmen aus Australien, Israel oder aus einigen südamerikanischen Ländern streben nach Deutschland und peilen auch andere Länder an, die sich für Cannabis-Produkte öffnen.

Außerdem scheint der Anstieg des Kapitals in der Branche keine Grenzen zu haben. Dadurch hat sich die internationale Landschaft dramatisch verändert.

Da haben Sie Recht. Der Markt hat sich auf globaler Ebene sehr schnell entwickelt. Wie du angesprochen hast, scheinen vor allem kanadische Unternehmen Vorreiter zu sein. Sie profitieren seit 2001 von langjähriger legaler Anbauerfahrung. Wie wird die ICBC in Berlin den internationalen Mix aus Unternehmen darstellen, die heutzutage zusammenarbeiten und Geschäfte machen? Wie viele Unternehmen aus wie vielen Ländern werden anwesend sein?

Wir haben Teilnehmer und Aussteller aus über 40 Ländern. Die ICBC Berlin ist das vielfältigste Cannabis-B2B-Event der Welt. Du triffst jemanden aus Israel, aber kaum drehst du den Kopf, steht vor dir jemand aus Südafrika, aus Indien, Kroatien oder aus Kolumbien. Es ist schon erstaunlich. Vergangenes Jahr lag der Fokus der ICBC noch auf potenziellen kanadisch-deutschen Partnerschaften im Sinne der anstehenden Produktion von medizinischem Cannabis in Deutschland.

Du hast unter anderem auch Konferenzen in Vancouver, auf Hawaii oder in den USA gehalten – was kann Deutschland aus anderen Ländern übernehmen?

Es gibt Ähnlichkeiten wie Widersprüche zwischen allen Ländern, die Cannabis legalisieren. Wichtig ist, so zu legalisieren, dass die Dinge nicht zu kompliziert und verzwickt werden. Sonst läuft man Gefahr, dass der Schwarzmarkt seinen Reiz behält. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass es bei der Legalisierung von Cannabis über den wirtschaftlichen Zweck hinaus insbesondere auch um die Wahl und die Freiheit eines jeden Einzelnen geht.

Deutschland scheint in Europa eine Vorbildfunktion zu erfüllen, was medizinisches Cannabis angeht. Nach der überraschend schnellen Legalisierung hierzulande haben andere europäische Länder diesen Ansatz übernommen.

Wird es denn auf der diesjährigen Konferenz mehr EU-Unternehmen als letztes Jahr geben?

Ja. Wir haben nicht nur mehr Aussteller und Sponsoren aus der EU, sondern auch aus Nordamerika. Die Marke ICBC entwickelt sich und wir genießen diesen revolutionären Aufschwung.

Kommen wir zu den Inhalten. Nicht nur die Marke ICBC, auch der Markt selbst entwickelt sich schnell: Vertrieb, Anbau, Regulierung – die Themen sind vielfältig. Was sind die Schwerpunkte der diesjährigen Konferenz?

Der Fokus liegt auf dem medizinischen Cannanbis-System in Deutschland und seinen Chancen. Dazu gehören unter anderem Import und Export, Apotheken, Patienten und private wie öffentliche Investitionen. Wir werden uns aber auch mit dem explodierenden CBD-Markt in der Schweiz und in anderen europäischen Ländern befassen.

Eine letzte Frage, zugleich ein Blick in die Zukunft: Auch im nächsten Jahr kehrt die ICBC sicherlich nach Berlin zurück – wie sieht der europäische Cannabismarkt dann aus?

Nun, in der Cannabis-Industrie passiert alles exponentiell. Und es geht vorwärts. Weiter EU-Ländern werden medizinisches Cannabis legalisieren. Zudem werden wir Legalisierungsmodelle in einigen norddeutschen Städten erleben. Ganz sicher wird zudem mehr und mehr Cannabis nach Deutschland exportiert – und hoffentlich wird Deutschlands erstes im Inland produziertes Cannabis in den Handel gehen.

Alex, danke dir für dieses Gespräch.

Hinweise:

krautinvest ist offizieller Partner der ICBC und stellt in diesem Rahmen Aussteller, Redner und Teilnehmer vor. Für krautinvest-Leser gibt es über diesen Link rabatierte Tickets.  Bis zum 21. März zum Early-Bird-Preis ab 349 Dollar für die Konferenz und After-Party. Ticketcode: “investvip”. Dies ist der Zeitplan der ICBC. #krautinvest4ICBC.

 

Bildquellen

  • 2017-ICBC-Berlin-Grotenhermen: Matt Emrich
  • alex_rogers_in_vancouver: Matt Emreich
  • 2017-ICBC-SF-0179-1: Matt Emrich
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