Deutsche Bank leiht Enua 25 Millionen Euro

by Moritz Förster

Wie Enua mitgeteilt hat, erhält es 25 Millionen von der Deutschen Bank. Nach Unternehmensangaben handelt es sich dabei um die größte Fremdkapital-Finanzierung in der deutschen Cannabis-Branche. Zu den Konditionen der Finanzierung, also Zinshöhe, Laufzeit und hinterlegten Sicherheiten, machte Enua in der Mitteilung keine Angaben.

Enua gibt an, in Großbritannien noch im ersten Quartal 2026 und in Polen bis Ende 2026 zu expandieren. Das Unternehmen verweist zudem auf eine zu erwartende Konsolidierungswelle in Deutschland aufgrund der zu erwartenden „stärkeren Regulierung“.

Durch die regulatorischen Unsicherheiten seit dem vorzeitigen Scheitern der Ampel-Regierung sind die von vielen Branchen-Experten im Vorfeld prognostizierten zunehmenden Finanzierungsrunden in der deutschen Cannabis-Industrie weitestgehend ausgeblieben. Für Aufsehen hatte im August 2025 die Übernahme von 51 Prozent der Remexian-Anteile für 27,7 Millionen Euro durch High Tide gesorgt.

Albert Schwarzmeier, CEO von Enua, in der Mitteilung des Unternehmens: „Die Linie gibt uns Handlungsspielraum für Wachstum und gezielte Übernahmen – ohne unsere Unabhängigkeit zu verwässern.“ Laut Schwarzmeier sei das Unternehmen in den letzten drei Jahren nachhaltig und profitabel gewachsen. 2025 habe Enua die Marke von 50 Millionen Euro Umsatz erreicht und sei damit im Vergleich zu 2024 um den Faktor 2,4 gewachsen. Über die Marken Enua und Slouu seien 2025 insgesamt 15 Tonnen Produkt bewegt worden, allein im Dezember knapp zwei Tonnen. Das Wachstum erziele Enua mit einer zweistelligen EBITDA-Marge.

Großbritannien und Polen zählen nach Deutschland zu den größten Märkten für medizinisches Cannabis in Europa. Allerdings liegen die dort an Patient:innen abgegebenen Mengen noch weit hinter den Zahlen in Deutschland. Großbritannien hat für 2025 beim INCB zwar als Bedarf eine Höchstmenge von 101,3 Tonnen gemeldet, dass tatsächlich so viel Medizinalcannabis im Land verbleiben, erscheint aber unwahrscheinlich. Expert:innen gehen von etwa 80.000 Cannabis-Patient:innen in Großbritannien aus, was etwa ein Zehntel der Anzahl in Deutschland entsprechen dürfte. Polen hat für 2025 eine Höchstmenge 20,9 Tonnen Cannabis beim INCB gemeldet, also etwas mehr als ein Zehntel der von Deutschland gemeldeten Menge (192,5 Tonnen). In Polen hatten laut Cannamonitor im Oktober 2024 Ärzt:innen 73.000 Rezepte für Medizinalcannabis ausgestellt. Allerdings war deren Zahl bis Dezember 2024 um 55 Prozent eingebrochen, nachdem die Regierung ein verpflichtendes Erstgespräch gesetzlich vorgeschrieben hatte. Inzwischen sollen die Zahlen sich dem einstigen Niveau wieder angenähert haben, sind aber weiterhin weit von den aktuell verordneten Mengen Medizinalcannabis in Deutschland entfernt.

Leave a Comment