Medios erwirbt exklusive Vertriebsrechte für Bedrocan, Der BPC, Cantourage, Bloomwell und die Hanf-App publizieren Reports, Recherchen oder Umfrageergebnisse. Cansoul beteiligt sich an Synbiotic. Demecan baut die Geschäftsleitung um. Demecan und Aurora erweitern ihre Produktion in Deutschland. Das Branchenupdate.
Medios erwirbt exklusive Vertriebsrechte für Bedrocan-Produkte
Medios hat sich eigenen Angaben zufolge die exklusiven Vertriebsrechte für Bedrocan-Produkte in Deutschland, Spanien, Belgien, Italien und Österreich gesichert. Die Vereinbarung umfasse zunächst medizinisches Cannabis aus Bedrocans EU-GMP-zertifizierter Produktionsstätte in Dänemark und soll ab dem 1. Januar 2027 auf Produkte weiterer Bedrocan-Produktionsstätten ausgeweitet werden. Die Partnerschaft konzentriere sich bereits auf den deutschen Markt und werde in den nächsten zwei Jahren schrittweise auf weitere EU-Länder ausgedehnt, heißt es. Cannaflos unterstützt Medios als Vertriebspartner in Deutschland. Constantijn van Rietschoten, Vorstandsmitglied von Medios, in einer Mitteilung des Unternehmens: „Besonders in den Bereichen Onkologie und Neurologie bietet Cannabis eine wertvolle Ergänzung zur Therapie.“
BPC: Cannabistherapie vs. Opioide
Eine neue Recherche des Bundesverbands pharmazeutischer Cannabinoidunternehmen (BPC) zeigt, dass medizinisches Cannabis kann eine sichere, verträgliche, wirksame und zugleich wirtschaftlich sinnvolle Alternative zu Opioiden darstellen kann. Laut BPC erreichten beide Therapien vergleichbare Werte bei den qualitätsadjustierten Lebensjahren (QALYs), die beschreiben, wie viele zusätzliche Lebensjahre eine Therapie bringen kann und wie hoch deren Qualität ist. Cannabis birgt aber kein Risiko schwerer oder tödlicher Überdosierungen, wie sie bei Opioiden auftreten können, schlussfolgert der BPC. Antonia Menzel, Vorstandsvorsitzende des BPC, in der Mitteilung des Verbandes: „Die Daten zeigen, dass Patient:innen mit medizinischem Cannabis eine ebenso hohe Lebensqualität erleben wie unter Opioiden, dabei aber unter deutlich weniger Nebenwirkungen leiden.“
Cantourage: Nur ein Zehntel aller Hausärzt:innen würde Cannabis verschreiben
Cantourage hat untersucht, in welcher Stadt Hausärzt:innen und Apotheken offen gegenüber Cannabis sind und wie sich die Bereitschaft seit der Legalisierung verändert hat. Demnach würden nur zehn Prozent der Ärzt:innen medizinisches Cannabis verschreiben, 38 Prozent der Apotheken wären bereit, entsprechende Rezepte einzulösen. Der aktuelle Gesetzesentwurf würde es Patient:innen erschweren, in Zukunft medizinisches Cannabis zu erhalten, schlussfolgert Cantourage. Für die Untersuchung hat das Berliner Unternehmen sowohl vor zwei Jahren – also vor der Legalisierung – als auch jetzt jeweils 400 Apotheken und Arztpraxen in den 20 größten Städten Deutschlands kontaktiert. Von den insgesamt 400 angefragten Arztpraxen meldeten sich laut Cantourage lediglich 193 zurück. Von den antwortenden Praxen gaben wiederum nur 39 an, grundsätzlich offen für die Verschreibung von medizinischem Cannabis zu sein. Besonders schwierig gestaltet sich die Versorgungssituation für Patient:innen in Berlin, Bielefeld und Frankfurt am Main. Die vergleichsweise besten Chancen auf ein Cannabis-Rezept haben Patient:innen in Bonn, Wuppertal und Dresden, mit jeweils vier positiven Rückmeldungen. Von den 400 angeschriebenen Apotheken meldeten sich 238 zurück. Von diesen Rückmeldungen gaben 152 Apotheken an, medizinisches Cannabis grundsätzlich zu verkaufen. Die meisten positiven Rückmeldungen kamen laut Pressemitteilung aus Nürnberg mit 13 Apotheken. Ebenfalls zweistellige Ergebnisse verzeichneten Stuttgart (zwölf), Leipzig und Münster (jeweils elf).
Bloomwell: Keine Anzeichen für Missbrauch von Medizinalcannabis
Laut eines Reports der Bloomwell Group hat die Produktvielfalt 2025 deutlich zugenommen. Die Preise für medizinische Cannabisblüten sind dem Report zufolge im Laufe des letzten Jahres um rund 38 Prozent von über 8,33 Euro im Januar auf über 5,23 Euro im Dezember 2025 gesunken. Eine Analyse der öffentlich propagierten Missbrauchs-Vorwürfe anhand der in medizinischen Fachkreisen anerkannten Definitionen offenbart laut Bloomwell zudem, dass diese haltlos seien.
Cansoul beteiligt sich an Synbiotic
Der spezialisierte Cannabis-und Hanf-Aktienfonds Cansoul hat sich laut Unternehmensmitteilung im Rahmen einer Barkapitalerhöhung im Dezember 2025 an Synbiotic beteiligt. Cansoul ist laut eigener Beschreibung ein spezialisierter Aktienfonds, der die gesamte globale Wertschöpfungskette der Hanf- und Cannabisindustrie abbildet. „Die Position Synbiotic wird im Portfolio des Cansoul Fonds jetzt aufgebaut und ist explizit langfristig ausgerichtet, um das Wachstumspotenzial der diversifizierten Plattform über die nächsten Jahre voll zu begleiten“, so Daniel Stehr, Gründer des Cansoul-Fonds. Über die Höhe der Beteiligung und die genauen Konditionen machte Synbiotic in der Mitteilung keine Angaben.
Hanf-App: Cannabis-Clubs tragen messbar zur Eindämmung des Schwarzmarkts bei
Laut einer Umfrage der Hanf-App unter 220 Clubs tragen diese bereits zur Eindämmung des Schwarzmarktes bei. Laut Umfrage haben die Clubs im Durchschnitt 275 Mitglieder, diese ein Durchschnittsalter von 36 Jahren. Das Abgabevolumen soll durchschnittlich 22,6 Gramm je Mitglied im Monat betragen. Im Schnitt bieten die Clubs 6,1 Sorten an, mit Durchschnittlich 18,6 Prozent THC und 5 Prozent CBD.
Demecan strukturiert die Geschäftsführung um
Laut Unternehmensmitteilung strukturiert Demecan die Geschäftsführung um. Demnach bilden Dr. Adrian Fischer (CEO) und Moritz Bayer (CCO) gemeinsam die Geschäftsführung von Demecan. Bayer der kommerzielle Themen verantwortet, soll die die Nachfolge von Dr. Philipp Goebel antreten. Fischer weiterhin die Gesamtstrategie des Unternehmens verantworten. Mitgründer Dr. Constantin von der Groeben soll aus der Geschäftsleitung ausscheiden, aber künftig in beratender Funktion Demecan verbunden bleiben, mit Schwerpunkt auf Regulatory Affairs und rechtlichen Fragestellungen. Ein besonderer Fokus liege dabei auf dem aktuell laufenden Gesetzgebungsverfahren zur Anpassung und Verschärfung des MedCanG.
Demecan und Aurora erweitern Produktion
Laut dpa-Meldung (u.a. in der Süddeutschen Zeitung) hat Demecan seine Produktion im sächsischen Ebersbach auf rund 4000 Kilogramm pro Jahr verdoppelt. Insgesamt seien in den Standort inzwischen gut 23 Millionen Euro geflossen, davon 18,6 Millionen Euro in den ursprünglichen Ausbau des früheren Schlachthofgeländes, weitere fünf Millionen Euro in die aktuelle Erweiterung. Die Zahl der Beschäftigten sei von etwa 70 bis 80 auf inzwischen rund 120 Mitarbeitende gewachsen. Auch Aurora will laut dpa-Meldung (u.a. Mitteldeutsche Zeitung) in der deutschen Produktionsstätte in Zukunft „signifikant“ mehr Medizinal-Cannabis in pharmazeutischer Qualität produzieren. Genauere Angaben zur Menge machte Aurora nicht.

