Branchenupdate Juni 2024: Cansativa, Marry Jane, Bloomwell Group, Fachhochschule Erfurt, Mary Jane und BvCW

by Janika Takats

Neue Partnerschaften, Cannabis im Studiengang, eine Roadshow, eine Neugründung und ein Besucherrekord im Juni. Cansativa bringt Cookies-Produkte auf den deutschen Markt für medizinisches Cannabis. Cannabisproduzent Marry Jane kooperiert mit 187 Straßenbande. Bloomwell startet eine neue Plattform. Die Fachhochschule Erfurt bietet eine Hanf bezogene wissenschaftliche Ausbildung und Forschung in der Fachrichtung Gartenbau an. Synbiotic und CEO Daniel Kruse sind auf Roadshow. Im BvCW wurde mit dem BCAv ein neuer Zusammenschluss für Cannabis-Anbauvereinigungen gegründet. Besucherrekord und Ehrenpreis für Lauterbach: Das Cannabis-Festival Mary Jane feiert die Legalisierung.

Cansativa bringt Cookies-Produkte auf den deutschen Markt für medizinisches Cannabis

Die Cansativa Group wird nach eigenen Angaben ab dem 1. August 2024 exklusiv medizinische Cannabisprodukte unter der Marke Cookies in Deutschland vertreiben. Als alleiniger Lizenznehmer für Cookies-Produkte in Deutschland wird Cansativa eine Auswahl hochwertiger Cannabisprodukte für den medizinischen Cannabismarkt importieren. Die Produkte werden von RPK Biopharma, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Somaí Group, angebaut. Die in Deutschland erhältliche Cookies-Produktlinie umfasst vier Sorten getrockneter Cannabisblüten: Apples and Bananas, Medellín, Blanco und Hawaiian Rain. „International steht Cookies für hochwertige Cannabisprodukte, die mit wissenschaftlicher Präzision und langjähriger Expertise hergestellt werden“, sagt Benedikt Sons, Mitgründer, Geschäftsführer und CEO von Cansativa.

Cannabisproduzent Marry Jane kooperiert mit 187 Straßenbande

Marry Jane und 187 Strassenbande, eine der erfolgreichsten Hip-Hop-Gruppen der vergangenen zehn Jahre, treten künftig gemeinsam für einen verantwortungsvollen Umgang mit Cannabis ein. Zu Beginn der langfristig angelegten Kooperation vertreiben beide Partner gemeinsam insgesamt zehn Sorten an Premium-THC-Samen – jeweils zwei für jedes Gruppenmitglied – die „187 Sweedz“. Die neue Zusammenarbeit wurde am 14. Juni 2024 offiziell zum Start der Mary Jane Cannabis-Messe vorgestellt.  Rico Üslük, CEO von Marry Jane, zum Start der Kooperation: „Wir können es kaum erwarten, mit Bonez MC, GZUZ, LX, Maxwell und Sa4 in den kommenden Jahren viele gemeinsame Projekte umzusetzen. Der Start mit den THC-Samen ist ein Vorgeschmack darauf, wo die Reise hingeht.“ Marry Jane verfügt über die Lizenz, Medizinalcannabis für den deutschen Markt herzustellen. Ziel ist es, in der Zukunft alle zehn Sorten auch in der Kultivierungsanlage in Breitenbach, Schweiz, zu produzieren. Darüber hinaus beinhaltet die Kooperation den künftigen gemeinsamen Vertrieb von Premium Cannabis-Zubehör sowie von Stecklingen. 

Bloomwell startet zentrale digitale Plattform für medizinisches Cannabis

Bloomwell, ein Tochterunternehmen der Bloomwell Group, hat nach eigenen Angaben Deutschlands größte zentrale Plattform für medizinisches Cannabis vorgestellt – gemessen an der Anzahl der beteiligten Akteure. Bloomwell vereint zukünftig das telemedizinische Angebot, die Marktplatz- und Logistikfunktionen für Cannabis-Apotheken sowie ergänzend auch einen datenbasierten Ansatz für das Anbinden der Großhändler. „Wir sind damit die neue zentrale Anlaufstelle für alle, die die Therapie so effektiv, einfach und zuverlässig wie möglich gestalten möchten und die Zukunft von medizinischem Cannabis hoffentlich nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa prägen werden“, lässt sich Niklas Kouparanis, Co-Founder und CEO der Bloomwell Group, zitieren. „Eine digitale zentrale, skalierbare Plattform für alle Stakeholder war dringend erforderlich, um den neuen Anforderungen gerecht werden zu können.“

Cannabis: Wissenschaftliche Ausbildung und Forschung in der Fachrichtung Gartenbau der Fachhochschule Erfurt

Ab kommendem Wintersemester wird die Fachhochschule Erfurt deutschlandweit das erste Wahlpflicht-Modul zu den Grundlagen der Züchtung und Produktion von Cannabis anbieten. „Im Gartenbau beschäftigen wir uns mit der Intensivproduktion von Nutz- und Zierpflanzen unter professionellen Bedingungen. Das unterscheidet uns von Hobby-Gärtnern. Cannabis ist für uns eine weitere spannende Pflanze und ein vielfältiger Rohstoff – sei es als Faserhanf für die Kleidungsproduktion, als Medizinalhanf für die Therapie, als Lebensmittel, als Kosmetik-Grundstoff oder jetzt auch als Genussmittel“, so Prof. Dr. Wim Schwerdtner, Studiengangsleiter der Fachrichtung Gartenbau: „Bislang gibt es fast keine professionelle Produktion in Deutschland, keinerlei wissenschaftliche Ausbildung und Forschung. Das wollen wir ändern.” Darüber hinaus bestehe starkes Interesse auch die Forschung in diesem Bereich, mit Kooperationspartnern aus der Branche, voranzubringen: „Die Forschung an Cannabis ist in Deutschland genehmigungspflichtig. Um da auf der sicheren Seite zu bleiben und Einbruchsschäden vorzubeugen, werden wir uns komplett auf THC-freien Hanf konzentrieren bzw. beschränken. Zu allen rechtlichen Aspekten stimmen wir uns dabei eng mit unserem Justiziariat und der Hochschulleitung ab.“

Synbiotic und CEO Daniel Kruse auf Roadshow 

Die europäische Industriehanf- und Cannabis-Unternehmensgruppe Synbiotic verstärkt ihre Präsenz in der Öffentlichkeit. „Wir wollen in der Fachwelt und für unsere Investoren noch sichtbarer und ansprechbarer sein“, erklärt Daniel Kruse, geschäftsführender Direktor Synbiotic. „Ziel ist es, das enorme Potenzial von Hanf in der Mitte der Gesellschaft zu positionieren. Es wird Zeit, die Verteufelung von Cannabis zu beenden.“ Kruse weiter: „Die Streichung der ‚Rauschklausel‘ wäre eine Initialzündung für den Industriehanf in Deutschland.“ Die Roadshow machte bisher in Prag auf der 21. Konferenz der European Industrial Hemp Association (EIHA) und auf der Mary Jane in Berlin Halt. 

BCAv: Neuer Zusammenschluss für Cannabis-Anbauvereinigungen gegründet

Die „Bundesarbeitsgemeinschaft Cannabis Anbauvereinigungen”, kurz: BCAv, wurde von engagierten Mitgliedern des Branchenverbands Cannabiswirtschaft e.V. – sowohl Anbauclub-Vorständen als auch Unternehmen und Gewerbetreibende aus dem wirtschaftlichen Umfeld der Anbauvereinigungen – ins Leben gerufen, um die Interessen der Anbauclubs professionell zu vertreten, den Austausch zwischen den Anbauvereinigungen zu fördern und auf die Etablierung und Zertifizierung neuer Standards hinzuwirken. „Mit der BCAv wollen wir den Anbauvereinigungen eine starke Stimme geben und deren langfristige Tragfähigkeit sicherstellen“, kommentiert Heinrich Wieker, Koordinator des BCAv. „Und wir positionieren uns als legale Anbieter klar gegen den Schwarzmarkt. Hierzu setzen wir uns für die sogenannten Paketdienstleistungen, für Kooperationen bei den Anbauflächen und eine Verpflichtung gemäß Geldwäschegesetz (GWG) ein“, ergänzt Dr. Peter Reinhardt, Stv. Koordinator des BCAv. BvCW-Geschäftsführer Jürgen Neumeyer erklärt: „Die nichtkommerziellen Anbauvereinigungen kooperieren, wie andere nichtkommerzielle Institutionen auch, mit Produzenten & Dienstleistern aus der Wirtschaft. Bei uns kommen beide Seiten zusammen.“ 

Besucherrekord und Ehrenpreis für Lauterbach: Cannabis-Festival Mary Jane feiert Legalisierung

Mit einem Besucherrekord ist die Mary Jane 2024 zu Ende gegangen. Mehr als 42.000 Menschen haben nach Angaben des Veranstalters Europas größte Cannabis-Messe an den drei Ausstellungstagen unter dem Berliner Funkturm besucht und sich bei den mehr als 400 Ausstellern aus aller Welt über die neuesten Trends der Hanf-Branche informiert. Auf dem Außengelände feierte das Publikum mit einem bunten Festival Berlins erste Gras Wiesn und auf der begleitenden Fachkonferenz diskutierten namhafte Speaker aus Medizin, Wissenschaft sowie Politik.  Der Mary Jane Award 2024 für besondere Verdienste um das Thema Hanf wurde an Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) verliehen, der sich maßgeblich für die politische Teillegalisierung von Cannabis eingesetzt hatte.

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