Ende März und Anfang April rückt der Zwischenbericht von Ekocan medial in den Mittelpunkt. Der Konsum ist nicht angestiegen. Dennoch gibt es harsche Kritik von Unionspolitikern. Dieser widersprechen die Wissenschaftler, die am Bericht mitgearbeitet haben vehement.
#CannaPolitik
Laut Pharmazeutischer Zeitung wolle die SPD den aktuell vorliegenden Entwurf zur Änderung des MedCanG nicht mittragen, sondern nachsteuern statt den Cannabisversand zu verbieten. Laut SZ fordere die CDU dagegen ein Ende der gesamten Cannabis-Legalisierung Auch die Ärztekammer Nordrhein fordere strengere Cannabis-Regeln (Antenne Düsseldorf). Niedersachsen wolle Cannabis-Dealer abhören, um den Schwarzmarkt zu bekämpfen (HAZ). In einem Interview mit der Berliner Morgenpost gibt Julian Wichmann (Bloomwell) zu bedenken, dass eine strengere Regulierung von Medizinal-Cannabis den Schwarzmarkt stärke. Auch die GdP bewertet die Forderung nach einer Rückabwicklung kritisch.
Die FAZ diskutiert im Vorfeld des zweiten Zwischenberichts, inwiefern der illegale Markt seit Inkrafttreten des Cannabis-Gesetzes zurückgegangen ist – und spricht im Rahmen dieser Recherche auch mit (ehemaligen) Dealern, die insbesondere über die Konkurrenz durch Medizinalcannabis klagen. O-Ton: „Die Apotheker sind krass. Und legal“
Medial im Fokus steht ab 1. April der zweite Ekocan-Zwischenbericht. Ein Konsumanstieg sei demnach durch die Teillegalisierung nicht zu verzeichnen (Ärzteblatt, Tagesschau, mdr), der Schwarzmarkt werde zurück gedrängt (ZDF, LTO). Der BKA-Präsident bemängelt sich dagegen die erschwerte Arbeit der Polizei (Radio Wuppertal, Die Zeit), obwohl die Straftaten deutlich zurückgegangen seien (Deutschlandfunk). Mit Blick auf den medizinischen Markt schreibt die FAZ bereits vom „größten legalen Cannabismarkt“, ntv und Die Welt vom XL-Markt. Der Tagesspiegel Background mahnt eine verkomplizierte Suchthilfe an. Die Zeit verweist auf mehr Psychosen durch Medizinalcannabis.
Die Süddeutsche Zeitung plädiert in einem Kommentar dafür, den den Menschen ihr medizinisches Gras zu lassen – alles andere würde den illegalen Markt stärken.
Für Schlagzeilen sorgt Innenminister Alexander Dobrindt, der vor einem „boomenden“ Schwarzmarkt warnt (Bild, Stern, ntv, Die Welt, Ärztezeitung, ntv). Allerdings erntet er deutliche Widerworte vom Ekocan-Team (tagesschau). Jörg Kinzig von der Universität Tübingen: „Und wenn dann so ein Bericht in Bausch und Bogen von politischen Kräften verdammt wird, dann ist es für uns in der Wissenschaft natürlich enttäuschend.“ Auch NRW-Innenminister Herbert Reul spricht von einem blühenden Schwarzmarkt in NRW (Der Westen). Gesundheitsministerin Nina Warken möchte laut Deutschlandfunk das Cannabis-Gesetz überarbeiten. Bayern bleibe trotz Experten-Bericht bei dem strengen Cannabis-Kurs (BR24).
#CannaWirtschaft:
Die DAZ berichtet über Expansionsbestrebungen deutscher Cannabis-Firmen.
Die Süddeutsche Zeitung über den Merger von Canify mit MG Health.
In der Berliner Zeitung diskutiert Finn Hänsel (Sanity Group) die Pläne, das MedCanG zu ändern.
Demecan hat laut Sächsischer 22 Millionen Euro in die Cannabisherstellung investiert.
Laut Apotheke Adhoc und DAZ haften Apotheken für Plattformen.
Pharma + Food berichtet anhand von Canify über die Herstellung, Logistik und Lagerung von Medizinalcannabis
Laut DAZ ist Deutschland inzwischen Drehkreuz des europäischen Cannabismarktes.
Der Kölner Stadtanzeiger berichtet über den 25-Millionen-Kredit der Deutsche Bank für Enua.
Laut Pharma Relations entstehe durch das BGH-Urteil Rechtssicherheit für die Medizinalcannabis-Branche hinsichtlich des Heilmittelwerbegesetzes
Der VCA kritisiert den Vorstoß der Finanzkommission, Cannabisblüten aus der Erstattung der GKV zu nehmen. Geschäftsführerin Christiane Neubaur: „Ein Unding, es den Menschen zu nehmen“ (Apotheke Adhoc).
Clubs:
Klage, Einspruch – wieder Verbot: High Society Donau-Iller kämpfe laut Augsburger Allgemeine weiter vor Gericht. Auch Cannabisclubs in Erfurt und Weimar wollen gegen neue Vorgaben klagen (mdr). In der Berliner Morgenpost spricht ein Cannabis Club-Gründer über den Aufbau einer Anbauvereinigung: „Denken wie ein Unternehmer, ohne zu wirtschaften“. Anbauvereinigungen in Berlin seien vor allem wegen des strengen Werbeverbots frustriert. „Viele Leute wissen gar nicht, dass es uns gibt“, zitiert der Tagesspiegel einen Verein. Auch die taz berichtet über die Probleme der Clubs in Berlin. Laut Tagesschau und Die Zeit sind 21 Cannabis-Clubs in Brandenburg genehmigt. In Wesel werde der erste Cannabis-Club mit der Ausgabe loslegen (NRZ).
Niedersachsens Cannabis-Clubs würden sich behaupten (NDR). In Neumünster habe ein Cannabis-Club eine neue Heimat gefunden (Kieler Nachrichten). Bei einem Club in der Hamburger City stelle sich die Frage, ob dieser illegal angebaut habe (Hamburger Abendblatt ). Hamburger Anbauvereine hätten kiloweise Cannabis vernichten müssen (Morgenpost).
In Bayern würden die Clubs verzweifeln (Abendzeitung).
#CannaMedizin:
In einem Beitrag auf Radio eins erläutert die Ärztin Kirsten Müller-Vahl, warum Cannabis trotz (Teil-)Legalisierung kaum erforscht sei.
Das Deutsches Ärzteblatt berichtet, dass für Suchterkrankungen Schwellenwerte für Cannabiskonsumstörung definiert worden seien.
Apotheke Adhoc diskutiert, ob Dronabinol-Lösungen Fertigarzneimittel oder Rezeptursubstanz seien.
Für Aufsehen sorgt eine Studie über den Einsatz von Cannabis bei Depressionen, Angststörungen oder Autismus (ntv, Spiegel, Tagesspiegel, Chip, Deutsches Ärzteblatt, Watson, Berliner Morgenpost, Scinexx ).
#CannaSonstiges
Die Cannabis-Samen von Gutmut Saatgut im Netto sorgen für Aufsehen (mdr, RTL, mdr).
Marokko wolle den Schwarzmarkt für Haschisch legalisieren (NZZ).

