Könnte ein Kanzler der CDU das CanG einkassieren?

by Moritz Förster

Können Flüsse rückwärts fließen? Oder fließen Flüsse automatisch immer schneller, reißender, sobald sie erstmal Fahrt aufgenommen haben? Weltweit geht es bei der Cannabis-Entwicklung in den meisten Ländern, die einen Wandel initiiert haben, in eine Richtung: vorwärts. Doch es gibt auch Ausnahmen, siehe Thailand. Und in den Niederlanden fürchtet man, dass das nach sieben langen Jahren endlich angelaufene Weed-Experiment aufgrund der neuen Regierung endet, bevor es so richtig gestartet ist. Wird eine  von der CDU angeführten Regierung das CanG also einkassieren, kaum dass sich dessen Tragweite so richtig im Alltag entfaltet hat?

Die gute Nachricht: Das wird schwierig. Rein rechtlich, weil die Lizenzen für sieben Jahre vergeben werden. Politisch, weil die CDU kaum ohne einen Koalitionspartner regieren kann, der das CanG gegen alle Widrigkeiten durchgeboxt hat. Ohnehin werden auch Wählerstimmen am CanG hängen. Je mehr Menschen in einigen Jahren zu hause oder gemeinschaftlich in den Clubs Cannabis anbauen, desto schwieriger die Rolle rückwärts – selbst wenn keine neuen Lizenzen mehr erteilt werden. Kein Wunder also, dass in einer Linkedin-Umfrage 80 Prozent der Teilnehmenden davon ausgehen, dass es für die CDU schwierig oder sehr schwierig wird, das CanG wieder rückgängig zu machen. Die schlechte Nachricht: Von alleine werden die Flüsse nicht weiter und erst recht nicht in die richtige Richtung fließen. Der Kampf für eine an der Vernunft orientierten Regulierung geht unetwegt weiter.

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