#Cannabiz – News im März

by Hande Savus

Die Stimmen werden lauter, die stetig fragen „wie, wann, wo“ die Legalisierung von Cannabis nun eintreten wird. Die Antworten bleiben allerdings unspezifisch. Die Koalition sei durch aktuelle Krisensituationen zu eingespannt. Dennoch bereiten sich unterschiedliche Unternehmen vor; Milliarden Investitionen werden getätigt, Prognosen gestellt. Was für einen Einfluss die Legalisierung für die Wirtschaft, die Gesellschaft und den medizinischen Markt hätte ­­- die Meinungen bleiben gespalten.

#Cannabuisness

Cansativa wolle expandieren und bekomme dabei Unterstützung von US-Rapper Snoop Dogg. Seine Investmentgesellschaft Casa Verde Capitel beteilige sich als Lead-Investor. Cansativa wolle nun zu einer Art „Amazon für Cannabis-Produkte“ werden. ( Welt; GQ; Brutkasten; M& A Review)

Wirtschaftsexpert:innen argumentieren, dass ein neuer legaler Milliardenmarkt entstehen werde, der dem Staat stattliche Steuereinnahmen bringen könnte. Die Cannabisbranche sei in Aufbruchstimmung: Viele Unternehmen könnten profitieren. Dennoch gebe es noch einige Probleme zu lösen. (Handelsblatt)

Der Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV), Joachim Rukwied, habe die Marktaussichten des Anbaus von medizinischem Cannabis in Deutschland zurückhaltend beurteilt. Es gebe gewisse Absatzchancen. Aber Deutschland sei derzeit nicht das Mekka des Hanfanbaus. (RND

Ein paar Unternehmen arbeiten bereits mit Hochdruck an einer möglichst guten Startposition zur Öffnung eines Milliarden-Markts. Im OMR Podcast sprechen Lars Müller (Synbiotic SE), Thommas Schatton (Four 20 Pharma) und Finn Age Hänsel (Sanity Group) über die verschiedenen Geschäftsmodelle, Herausforderungen im Marketing für THC- und CBD-Produkte – und zeichnen Prognosen, wann und wie die Legalisierung stattfinden könnte. (OMR)

Firmen erwarten ein Milliardengeschäft. Dabei können dieselben Vertriebswege genutzt werden wie bisher schon bei medizinischem Cannabis. Der Berliner Start-up-Gründer Stephan Kramer (Heyday) wolle Cannabis aus Portugal importieren – von der drittgrößten Plantage in der Europäischen Union. (Cicero)

#Cannapolitics

Warum die Cannabis-Legalisierung und Gesundheitsschutz kein Widerspruch seien und warum Alkohol in Deutschland teurer werden müsse, erklärt Burkhard Blienert im Interview mit dem Stern.  Kurz nach seinem Amtsantritt habe er mit dem Vorstoß, das Erwerbsalter für Alkohol heraufsetzen, Aufmerksamkeit erregt. (RP) Er erklärt, wie die Freigabe von Drogen zum Jugend- und Gesundheitsschutz beitragen solle. (Spiegel) Blienert betont, dass es weiterhin illegal und strafrechtlich sanktioniert sein müsse, Cannabis an Minderjährige abzugeben. Eine besonders große Bedeutung werde dem begleitenden Ausbau der Jugend-Prävention zukommen.  (LTO)

Auch in Luxemburg gebe es seit 2018 auf Regierungsebene die Überlegung, Cannabis zu legalisieren. Auch wenn diese Pläne weder in Luxemburg noch in Deutschland derzeit als weit fortgeschritten bezeichnet werden könnten, sei eine zumindest teilweise Legalisierung in absehbarer Zukunft in beiden Ländern sehr wahrscheinlich geworden. (Börsen-Zeitung)

Verschiedene Zeitungs-Artikel erstellen einen Überblick über die „Legalisierungsdebatte“ in Deutschland. So sei die Legalisierung von Cannabis ein politisches und gesellschaftliches Mammutprojekt (Deutschlandfunk). Wie bald sich die Regierung der Erlaubnis von Cannabis widme, müsse sich zeigen – in Zeiten der drängenden Pandemiebekämpfung werde die Legalisierung keine oberste Priorität haben (Augsburger Allgemeine). Dem Vorbild Kanada folgend solle der Anbau von Cannabis, dessen Weiterverarbeitung und der Handel parallel legalisiert werden. Ziel sei es, durch eine Legalisierung zu verhindern, dass das Rauschmittel unter der Hand gehandelt werde und Menschen durch verunreinigtes Cannabis konsumieren. (Praxistipp) Entkriminalisierung, Regulierung oder eine vollständige Legalisierung? Wie Cannabis künftig zu nicht-medizinischen Zwecken zugänglich gemacht werden solle, darüber müssten die Ampel-Koalitionäre noch genauer reden. (Tagesspiegel Background)

#Cannamedizin

Dermapharm erwarte für dieses Jahr einen Anstieg von Umsatz und Ergebnis. Zum Wachstum trage das zugekaufte Cannabis-Geschäft bei. (Börsen-Zeitung)

Seit 2017 werde die neuartige Therapieoption mit Cannabis in der öffentlichen Wahrnehmung mitunter auf die inhalative Anwendung der Blüten reduziert. Dabei gebe es nicht die eine Applikationsform für alle Patient:innen. Beim Verband der Cannabis versorgenden Apotheken (VCA) setzte man sich für einen interdisziplinären Erfahrungs- und Wissensaustausch ein. (DAZ)

Mit medizinischem Cannabis aus Uganda hätten Patient:innen neue Optionen. Seit Anfang 2022 könnten deutsche Apotheken erstmals Medizinalcannabis von Together Pharma beziehen. (DAZ)

Im Gespräch mit der DAZ erkläre die drogenpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Bundestag, Kristine Lütke, welche Rolle die Apotheken bei der Legalisierung spielen sollten und warum auch Versandhändler wie DocMorris für die Abgabe infrage kommen könnten.

Cannabinoid-basierte Arzneimittel seien nicht neu und doch seien sie lange Zeit in Deutschland weder verordnungs- noch verkehrsfähig gewesen. Das habe sich vor fünf Jahren geändert. Ob die Cannabismedizin in jedem Fall und bei jeder Indikation helfe, bleibe umstritten. (DAZ)

Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) habe mit der AOK Rheinland/Hamburg einen Vertrag für eine bessere Versorgung von Patienten mit Cannabinoiden geschlossen. Vertragsärzte mit der Zusatzausbildung „Spezielle Schmerztherapie“ oder „Palliativmedizin“ können in seinem Rahmen nach einer 20-stündigen Fortbildung mit anschließender Lernerfolgskontrolle die Präparate einfacher verordnen. (Ärzteblatt)

Cannabis könnte in Deutschland legalisiert werden. Doch Europas größter Produzent Bedrocan warne: Mit der Legalisierung könne medizinisches Cannabis knapp werden. (Handelsblatt)

Konrad Cimander, Allgemeinmediziner und Chemiker, ist seit 2017 Leiter des Kompetenzzentrums für Cannabis-Medizin in Hannover. Im Interview mit FOCUS Online spricht er über Cannabis als Medizin und wie es Patient:innen helfen könne. Als Einsatzziel beschreibe Cimader die Lebensqualität der Patient:innen zu verbessern und zum Beispiel Schmerzen zu lindern.

Ein Fallbeispiel über die Schwierigkeit Cannabis zu medizinischen Behandlung verschrieben zu bekommen: Die Patientin Anke R. leide an Multiple Sklerose und beschreibe Cannabis als Lösung dir ihr helfe. (SZ)

Im März vor fünf Jahren wurde die Versorgung mit Medizinalcannabis auf Kassenkosten ermöglicht. Die Einschätzungen zu seinem Einsatz gehe auseinander: Die einen sehen ihn durch die genehmigungsunwilligen Kassen ausgebremst, andere glauben, dass das Potenzial überschätzt werde. Die Barmer habe nun eine Analyse vorgelegt, der zufolge die Zahl der Anträge mittlerweile abnehme. (DAZ)

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