#Cannabiz: Die News im April

by Hande Savus

Unternehmen und Teile der Zivilgesellschaft bereiten sich auf eine baldige Legalisierung vor. Unterdessen bleiben Fragen zum medizinischen Cannabis offen, unter anderem: Gehen die Anträge an die Krankenkasse zur Kostenübernahme zurück oder nicht?  Und: Es gibt Lichtblicke in der internationalen Entwicklungen: Das Cannabis-Pilotprojekt in der Schweiz und das US-Repräsentantenhaus haben mehrheitlich für eine Legalisierung von Cannabis gestimmt.

#CannaMedizin

SRF-Videobeitrag zeigt Tipps zum medizinischen Einsatz von Cannabis, u.a. werden folgenden Punkte erläutert: 1. Keine Selbsttherapie;  2. Fachperson finden; 3. Vorsicht bei CBD-Produkten (u.a. gesundheitsgefährdende Produkte) ; 4. nicht Autofahren (Nulltoleranz).

Eurox Pharma wolle aus Cannabisblüten hoch dosierte Wirkstoffe gewinnen – und damit Marktführer werden. Die Gründer  Bernhard Babel und David Reckeweg-Lecompte würden sich als seriöse Pharmaproduzenten sehen, für die Cannabis schlicht ein Rohstoff sei, aus dem sich Wirkstoffe für neue Medikamente gewinnen lassen. (FAZ)

Die Ärzte Knud Gastmeier und André Ihlenfeld fordern ein Umdenken: Zwar sei die Studienlage über Cannabinoide in der Medizin schwammig und die Dosierungsfragen sei nicht leicht zu klären. Es gebe auch solche Patient:innen, die mit konkreten Forderungen nach Cannabis in die Praxis kommen würden. Aber damit müssten Ärzt:innen  umgehen und eine eigene Therapieentscheidung treffen können. Weitere Problem seien die Schwierigkeiten bei Kostenübernahme der Versicherung sowie das Überangebot an Produkten (Tagesspiegel).

Medizinalcannabis solle als gleichberechtigte Therapieoption sichtbarer werden, schreibt der Cansativa-Geschäftsführer Jakob Sons in seinem Standpunkt. Man müsse verhindern, dass sich Patienten zu einer Selbsttherapie gezwungen sehen, weil ihnen der Zugang zu einer kassenfinanzierten medizinischen Therapie zu aufwändig erscheine. (Tagesspiegel Background)

Die Zahl der Anträge auf Cannabis-Therapie sei bei den Krankenkassen in den vergangenen Jahren gestiegen. Doch noch immer sei eine Kostenübernahme kompliziert ( ZDF ). Die Zeit hingegen berichtet, dass die Anträge auf cannabishaltige Arzneimittel  in Brandenburg laut einer Analyse der Barmer deutlich gesunken seien. Demnach hätten im Jahr 2019 noch 357 Anträge vorgelegen, 2020 seien es 307 gewesen, teile die Krankenkasse am Freitag mit.  Die Morgenpost berichtet in Berlin sinke die Zahl der Anträge auf eine Erstattung von Cannabis auf Kosten der Krankenkassen. Bei der Barmer in Berlin seien im Jahr 2019 noch 414 Anträge eingegangen, im Jahr 2021 nur noch 251.

Cannabis werde immer häufiger zu medizinischen Zwecken eingesetzt. Wie offen seien die Menschen für den Einsatz? Laut der Statista Global Consumer Survey zufolge sei es für 37 Prozent der Befragten in Deutschland eine Option. (Polen 48%; Österreich 44%; Schweiz 41%; Niederlande 29%; Spanien 25%; Frankreich 22%; Italien 18%). (Stern)

#CannaLegalisierung

Die deutsche Cannabis-Branche sei in Aufbruchsstimmung und warte ungeduldig auf die gesetzliche Freigabe. Diese komme allerdings nur schleichend voran. (NZZ) Obwohl die Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag im November angekündigt habe, eine „kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften“ einzuführen, sei seither nicht viel passiert. Ein neues Joint Venture wolle das ändern und Cannabis im Franchise-Modell anbieten. (T3N)

Burkhard Blienert im Interview mit Vice. Warum sei Cannabis noch illegal? Warum beende er nicht sofort die Verfolgung von Kiffern? Dürften Ex-Dealer bald Gras verkaufen? Und ab wann könnten Konsumenten testen, welches Zeug wirklich in ihren Drogen stecke?

Sollte Kiffen legal sein? Ja, finde die Journalistin Kerstin Herrnkind. Im Streitgespräch mit „heute wichtig“-Host Michel Abdollahi, argumentierte sie, warum ein Cannabis-Verbot aus ihrer Sicht nichts bringe (Stern). Ebenfalls wolle Jugendrichter Andreas Müller aus Bernau, dass Cannabis legal werde. Dafür rappe er auf YouTube (Berliner Zeitung). Die Apothekerin Melanie Dolfen warne hingegen in einem offenen Brief vor hochdosiertem THC. Dem Drogenbeauftragten der Bundesregierung mache sie harte Vorwürfe (Berliner-Zeitung).

#CannaWirtschaft

Ein NDR- Videobeitrag über den Anbau von medizinischen Cannabis (Aphria) in Neumünster zeigt die technischen Voraussetzungen und Sicherheitsvorkehrungen innerhalb der Labore und Anbaustätte.

Vergleichbare Sicherheitsvorkehrungen herrschen in der Produktionshalle der Firma Demecan in Ebersbach. „Wir müssen die Sicherheitsvorkehrungen einhalten, weil wir mit Betäubungsmitteln umgehen und Arzneimittel herstellen“, sagt Co-Gründer Constantin von der Groeben. Demecan baue seit vergangenem Jahr Cannabis zu medizinischen Zwecken an – und als erste deutsche Firma liefere sie nun Pflanzen an die Cannabisagentur aus. (NTV)

Die Ampel-Koalition habe sich vorgenommen, den Genuss von Cannabis in Deutschland zu legalisieren. Anbieter von medizinischem Cannabis wie die Frankfurter Bloomwell Group würden große Wachstumschancen wittern und ein neues Fundraising vorbereiten (Börsen-Zeitung).

#CannaInternational

Basel starte Pilotversuch mit Cannabis-Verkauf für Genusszwecke. Rund 400 ausgewählte Personen dürften an dem Projekt teilnehmen. Geprüft werden solle, ob sich das Konsumverhalten verändere, wenn das Rauschmittel legal gekauft werden könne. (Tiroler Tageszeitung)

Die Bundesregierung habe sich für die Legalisierung von Cannabis als Genussmittel ausgesprochen. Und auch in anderen EU-Ländern werde der Besitz inzwischen geduldet und solle legalisiert werden. Länder wie Uganda könnten von einer steigenden Nachfrage profitieren. (Deutschlandfunk)

Das US-Repräsentantenhaus habe erneut für eine Legalisierung von Cannabis gestimmt. Die Abgeordneten votierten am Freitag mit einer Mehrheit von 220 zu 204 Stimmen für ein Gesetzesvorhaben, das Strafen für Anbau, Vertrieb und Besitz von Marihuana auf Bundesebene abschaffe. Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass das Gesetz in Kraft treten könne: Im Senat dürfte es scheitern. (Stern)

#WeltCannabisTag

Informationsbeitrag über Hanf als Nutzpflanze. Sie eigene sich als Baustoff, Papier und Medizin und zähle zu den ältesten Nutzpflanzen der Welt. (ZDF)

 

 

 

 

 

 

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