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#CannaBiz – der Pressespiegel im Januar

by Moritz Förster

Das Handelsblatt stellt Cannovum und Heyday vor, die Bild-Zeitung Nimbus Health. Aus Cannamedical und der PS Group wird Semdor Pharma. Die Zeit berichtet über Anbau und Export-Schwierigkeiten in Nordmazedonien und Griechenland. Die FDP will den Genehmigungsvorbehalt abschaffen. Der Jahresauftakt 2021 hat es in sich. Unser Pressespiegel.

#CannaCompanies

Das auf Medizinalcannabis spezialisierte Pharmaunternehmen Cannamedical (jetzt Semdor Pharma Group) erweitere dauerhaft das Produktportfolio um medizinisches Cannabis mit hohem THC-Gehalt aus Australien (Pharma Relations). Seit dem 22.12.2020 würden die australischen Blüten als Indica forte für die Behandlung von Patienten zur Verfügung stehen. Der nächste Import im Januar 2021 werde insgesamt 200 Kilo umfassen und inkludiere weitere Produkte des Cannamedical-Produktportfolios mit hohem THC-Gehalt.

Mit der Gründung der Semdor Pharma Group entstehe eine der führenden Pharmagruppen in Europa, die sich auf Betäubungsmittel und medizinisches Cannabis spezialisiert habe. Die Semdor Pharma Gruppe entstehe durch den Zusammenschluss des deutschen Marktführers für Betäubungsmittel, der PS Gruppe (einschließlich der Tochterunternehmen PS Pharma Services, PB Pharma und PS Marketing & Outsourcing) und Cannamedical Pharma, dem führenden unabhängigen Großhändler für medizinisches Cannabis in Deutschland (Pharma Relations).

Das Handelsblatt porträtiert Pia Marten von Cannovum. Im Sommer 2019 sei zusammen mit Marius Koose, der 14 Jahre lang als Pharmamanager für Bayer gearbeitet hätte, der erste Businessplan entstanden. Die Idee, die Cannabis-Branche in Deutschland aufzumischen, sei konkret geworden. Ein Jahr später stehe das Berliner Start-up Cannovum AG nun mit knapp zehn Vollzeitmitarbeitern, mehr als einer Million Euro an Kapital von Privatinvestoren und allen nötigen Handelslizenzen vor dem Markteintritt als pharmazeutischer Großhändler von medizinischem Cannabis.

Der Stern stellt in einem Filmbeitrag die Aphria-Produktionsstätte in Neumünster vor. Jährlich solle eine Tonne produziert werden.

Stephan Kramer wolle mit seinem Start-up Heyday im ersten Halbjahr des Jahrs eine eigene Produktlinie für Medizinalcannabis auf den Markt bringen. Uplink-Gründer Michael Radomski unterstützte ihn. Entsprechende Verträge mit konkreten Liefermengen seien verbindlich abgeschlossen, so Kramer. Im Unterschied zu anderen Cannabisunternehmen habe Heyday eine eigene Lagerstätte im nordrhein-westfälischen Viersen (Handelsblatt).

Linus Weber, Gründer von „Nimbus Health“, dürfe speziell für den medizinischen Gebrauch angebaute Hanfblüten aus der ganzen Welt importieren, weiter verarbeiten und an Apotheken ausliefern (Bild).

#CannaMarkt

Seit vier Jahren darf Cannabis zu medizinischen Zwecken in Deutschland eingesetzt werden – das Handelsblatt blickt zurück. Die großen Wachstumserwartungen hätten sich nicht erfüllt. Laut Statistik der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sei die Zahl der Verordnungen 2019 um 44 Prozent gestiegen, 2020 dürfe der Zuwachs bei rund 20 Prozent liegen. Insgesamt sind in Deutschland im vergangenen Jahr mehr als 320.000 Verordnungen bewilligt worden, rechne man die für die ersten neun Monate vorliegenden GKV-Zahlen auf das Gesamtjahr hoch. Die gesetzlichen Krankenkassen dürften damit brutto rund 150 Millionen Euro für Cannabis als Medizin ausgegeben haben.

Die Zeit berichtet in einer ausführlichen Reportage über den legalen wie kommerziellen Cannabis-Anbau in Nordmazedonien und Griechenland – und die Probleme der ungeklärten Verarbeitung. Sowohl in Griechenland als auch in Nordmazedonien schaffe es die Politik bisher nicht, die rechtlichen Rahmenbedingungen auch für die Weiterverarbeitung und den Export so auszugestalten, dass die Unternehmen nicht nur anbauen, sondern auch Geld damit verdienen könnten. In Nordmazedonien etwa sei der Export der Cannabisblüten weiterhin verboten, obwohl die Knospen ungefähr 70 Prozent der Produktion ausmachen. Die restlichen 30 Prozent könnten nur als Hanföl oder Extrakte weiterverarbeitet und ins Ausland verkauft werden. Erst im März dieses Jahres habe NYSK als erster ausländischer Investor in Nordmazedonien ein EU-Exportzertifikat für den Verkauf immerhin der Öle und Extrakte ins Ausland erhalten, die ganzen Knospen könne das Unternehmen aber weiterhin nicht exportieren.

Lars Müller – Chef der Münchner Cannabisfirma Synbiotic diskutiert auf Börse Online über die Aussichten des Cannabismarkts.

Der HR berichtet in einem Filmbeitrag über den Cannabis-Markt. Es gebe einen regelrechten Hype um schnell verfügbare CBD-Produkte, sogar aus dem Automaten könne man die mittlerweile bekommen. Doch es gebe auch Anbieter, die mit einer pharmazeutischen Lizenz unterwegs seien und versuchten transparent und nachhaltig zu sein. Auch vor der Kamera: Linus Weber von Nimbus Health.

Cannabidiol finde sich mittlerweile in Ölen, in Sprays, in Cremes und Gels, in Tabletten und auch in Kartuschen von E-Zigaretten. Es gebe CBD-Cafés, wo der Cappuccino, der Tee oder die Limo mit einem kleinen Schuss CBD-Öl über den Ladentresen gehe. In den USA könne die Cannabidiol-Industrie bis zum Jahr 2025 auf 16,8 Milliarden US-Dollar anwachsen, wie Schätzungen des Datenanalysten Brightfield Group zeigen. Belastbare Zahlen für Deutschland gebe es zwar nicht, doch die immer breitere CBD-Produktpalette und Verkaufsschlager in Onlineshops würden auf einen lukrativen Markt hin deuten (Tagesspiegel).

Business Insider wirft einen Blick auf den CBD-Markt – insbesondere vor der Frage, welche Produkte überhaupt legal seien. Die Analysten des Marktforschungsinstituts Prohibition Partners würden Deutschland nach den USA und Kanada für den nächsten großen Cannabis-Markt der Welt halten – ein Trend, der sich in der Gründung von zahlreichen Startups und Onlineshops widerspiegele. Doch noch immer sei die Rechtslage für viele dieser Produkte nicht abschließend geklärt. Auch Lars Müller von Synbiotic und Kai-Friedrich Niermann liefern Statements.

#CannaMedizin

2022 dürfte laut Berner Zeitung in Bern der wissenschaftliche Versuch zum Cannabis-Verkauf in Apotheken starten. In der Herbstsession 2020 hätten die Eidgenössischen Räte den Experimentierartikel im Betäubungsmittelgesetz genehmigt, am Donnerstag laufe nun auch die Referendumsfrist gegen ihn ab. Das bedeute, dass wissenschaftlich begleiteten Pilotversuchen zur kontrollierten Abgabe von Cannabisprodukten in Apotheken nun juristisch definitiv nichts mehr im Weg stehe – im zweiten Anlauf .

Healthcare Startups interviewt Dr. Julian Wichmann von Algea Care über Telemedizin für Cannabis-Therapien.

Bei der Erstverschreibung von cannabishaltigen Arzneimitteln und Zubereitungen sei immer eine entsprechende Genehmigung der Krankenkasse erforderlich. Dies möchte die FDP-Fraktion im Bundestag mithilfe eines Gesetzentwurfs ändern. So solle es anstatt der verpflichtenden Genehmigung eine freiwilliges Verfahren geben (Pharmazeutische Zeitung).

#CannaHanf

Die Anbaufläche von Nutzhanf in Deutschland wachse stetig. Auch die Bundesregierung habe sich nun positiv über das Potenzial der Kultur geäußert. 2020 seien in Deutschland 5.362 ha Nutzhanf kultiviert worden. Das hätte eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag ergeben (+16 Prozent im Vergleich zu 2019) (agrarheute).

#CannaAnbau

Das Vereinigte Königreich habe eine weitere Genehmigung für den Anbau von Cannabis in medizinischer Qualität erteilt. Mehr als 20 Jahren, nachdem GW Pharmaceuticals eine Anbaulizenz erhalten habe, sei die Genehmigung an Northern Leaf mit Sitz in Jersey gegangen. Demnach plane Northern Leaf, THC-reiches medizinisches Cannabis nach Großbritannien, Deutschland, Dänemark, Spanien und Portugal zu liefern (Hanf Magazin).

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